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10 März 2020

Oyinkan Braithwaite - Meine Schwester, die Serienmörderin





Klappentext
Zwei Schwestern, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Ayoola ist das Lieblingskind, unglaublich schön -- und sie hat die Angewohnheit, ihre Männer umzubringen. Korede ist eher praktisch veranlagt und dafür zuständig hinter ihrer Schwester aufzuräumen: die Krankenschwester kennt die besten Tricks, um Blut zu entfernen, und ihr Kofferraum ist groß genug für eine Leiche. Dann verknallt sich natürlich auch Tade, der hübsche Arzt aus dem Krankenhaus, in Ayoola, der doch eigentlich für Korede bestimmt ist. Jetzt muss die sich fragen, wie gefährlich ihr Schwester wirklich ist -- und wen sie hier eigentlich vor wem beschützt.


Buchdetails
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Aufau Verlag (Blumenbar) | ebook + Taschenbuch 240 Seiten | My Sister, the Serial Killer übersetzt von Yasemin Dinçer | Einzelband | 10. März 2020
Meinung 
Der Titel hat mich hier schon sehr neugierig auf das Buch gemacht, der Klappentext klingt ebenfalls sehr spannend.

Der Klappentext gibt tatsächlich auch fast die ganze Handlung des Buches wieder. Dabei ist das Buch dann aber trotzdem nicht langweilig, Leser.innen ahnen zwar was passiert aber wie es dazu kommt ist eben noch unbekannt. Leider sind einige Wendungen aber vorhersehbar.

Los geht es auch gleich ganz unverblümt damit das Korede eine Leiche entsorgt hat und nun die Wohnung des Opfers fein säuberlich reinigt, damit auch ja keine Spuren zurück bleiben. Dieser Moment spielt immer wieder eine Rolle im Buch, da er Korede doch verfolgt und es einige Momente gibt in denen sie Angst hat doch erwischt zu werden. Trotz all ihrer Zweifel und Ängste möchte sie aber trotzdem ihre Schwester beschützen.

Die Geschichte begleitet immer Korede und wird auch von ihr erzählt und sie spricht auch die Leser.innen direkt an. Der Verlauf der Geschichte ist dabei nicht linear, es wird immer mal wieder, ganz beiläufig, einiges aus der Vergangenheit eingestreut. So werden einige Umstände näher beleuchtet die Leser.innen vielleicht erklären warum die beiden Frauen so sind wie sie eben sind.
Korede ist eine interessante Person. Sie hat einen Waschzwang und noch einige andere Macken. Sie ist selbstbewusst, weiß was sie will und kämpft auf ihre Art gegen Geschlechterklischees.
"Meine Schwester die Serienmörderin" ist ein etwas anderer Thriller, der den Fokus auf die Mittäterin und die Umstände der Morde legt und nicht so sehr auf die Mörderin.

Danke an Netgalley und den Aufbau Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.


Mord, angedeuteter sexueller Missbrauch

06 März 2020

Carrie Callaghan - Die Nachtmalerin





Klappentext
Das niederländische Haarlem, 1633: Längst haben sich Maler wie Rembrandt und Frans Hals einen Namen gemacht. Sie organisieren sich in Gilden, die strikt den Männern vorbehalten sind. Doch eine junge Frau will das nicht akzeptieren: Judith Leyster, Schülerin bei Jan de Grebber, eine Frau mit Leidenschaft und großem Talent. Eine Frau, die für eine Aufnahme in die Gilde alles geben würde. Judiths beste Freundin Maria de Grebber kämpft derweil mit anderen Schwierigkeiten: Sie ist Katholikin in einem Land, in dem der Glaube verboten ist. Sie hofft, ihre Sünden durch die Wiedererlangung eines Relikts eines verlorenen Heiligen zu sühnen und gerät dadurch in noch größere Bedrängnis. Die Schicksale beider Frauen werden von ihren für ihre Zeit sehr ungewöhnlichen und riskanten Ambitionen geprägt und sie müssen den mächtigsten Männern der Stadt entgegenstehen, die rücksichtslos darauf bedacht sind, ihre eigenen Interessen durchzusetzen …


Buchdetails
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HarperCollins | Taschenbuch + eBook 384 Seiten | A Light of Her Own übersetzt von Sabine Schilasky  | Einzelband | Januar 2020

Meinung 
Der Klappentext hat mich hier sofort neugierig gemacht. Ein Roman bei dem eine Malerin im Mittelpunkt steht die wirklich gelebt hat, bin sofort dabei!
Judith Leyster wurde 1633 als erste Malerin in die Haarlemer Gilde aufgenommen wurde. Nach ihrem Tod geriet sie aber leider sehr schnell in Vergessenheit und ihre Werke wurden dem Maler Frans Hals zugeordnet. Erst 1893 wurde eines ihrer Werke wiederentdeckt und die Kunsthistoriker.innen begannen sich wieder mit Judith Leyster zu beschäftigen. Leider passiert es ja sehr oft das Frauen unsichtbar gemacht werden oder einfach übergangen. Deshalb fand ich es umso schöner das Carrie Callaghan einen Roman über Judith Leyster geschrieben hat.

Die Geschichte fand ich sehr spannend und gut erzählt. Carrie Callaghan verzichtet auf altmodisch klingende Sprache und der Roman lässt sich sehr flüssig und schnell lesen. Und sie schafft es das alte Haarlem und die Figuren lebendig und echt wirken zu lassen.
Gestört hat mich aber vor allem der Anfang, nach nicht mal 5% der Geschichte gibt es schon einen versuchten sexuellen Übergriff der einfach nicht hätte sein müssen. Die Geschichte funktioniert auch wunderbar ohne diese Szene.
Leser.innen begleiten Judith oder ihre Freundin Maria durch verschiedene Kapitel. Dabei hat mich Marias Part und vor allem ihr Charakter leider sehr genervt. Maria ist sehr religiös und will ständig für irgendetwas Buse leisten, allerdings war für mich kaum nachvollziehen warum überhaupt. Sie lässt sich nichts zu Schulden kommen, aber immer wenn etwas passiert sieht Maria das sofort als Strafe für sich an. Es war wirklich anstrengend.

Dafür mochte ich Judiths Parts umso mehr. Wie sie zur Meisterin ernannt wird und dann versucht sich zu behaupten. Dabei macht sie das Beste aus ihrer Situation und den Möglichkeiten die sich ihr bieten. Die Gemälde von Leyster sind wunderbar eingearbeitet.
Und es gibt keine kitschige Liebesgeschichte! Wuhu! Dafür aber eine Verschwörung und allgemeine eine spannende Geschichte.

Im Nachwort erklärt Carrie Callaghan dann nochmal was wirklich historisch belegbar ist und welche Teile der Geschichte und Personen sie sich ausgedacht hat.

"Die Nachtmalerin" hat mir gut gefallen. Ein gelungener Roman über eine Malerin, der fast ohne die üblichen Klischees eines historischen Romans auskommt. Dazu noch eine sehr autenthisch wirkende Beschreibung der Niederlande in den 1630ern.


Sexualisierte Gewalt, graphische Gewaltdarstellungen, graphische Darstellungen von Krankheit, Tod eines Angehörigen,

Vielen Dank an NetGalley und den HarperCollins-Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

Weitere Rezensionen
Zeitfäden

09 Januar 2020

Judith & Christian Vogt - Wasteland





Klappentext
Eine Frau mit einem Motorrad - Ein Mann mit einem Baby - Eine Gang mit einem Schaufelradbagger - eine Dystopie mit packendem Endzeit-Setting:
Die alten Regeln gelten nicht mehr, seit drei Kriege und das Wasteland-Virus die Menschheit beinahe ausgelöscht haben. Marodierende Banden beherrschen das Land, und auf dem freien Markt sind Waren nur im Tausch gegen Gefallen zu haben.
Um an Medikamente zu kommen, lässt sich die herumreisende Laylay auf ein Geschäft ein: Weil sie als Einzige immun gegen das Virus ist, soll sie den Marktbewohner Zeeto in der Todeszone aufspüren. Als sie ihn findet, ist er bereits infiziert. Zudem hat er etwas in einer geheimen Bunker-Anlage gefunden: ein Baby. Und obwohl das Virus Laylay nichts anhaben kann, beginnt sie sich zu verändern …
Eine postapokalyptische Utopie auf den Ruinen eines zerstörten Deutschlands.

Knaur | eBook + Taschenbuch 400 Seiten | Einzelband | 01. Oktober 2019 

Meinung
Schon als ich das Cover gesehen hatte wusste ich das ich auch Wasteland lesen will. Der Klappentext hat mich dann noch neugieriger gemacht.
"Wasteland" hat mir sehr gut gefallen, mir fällt es aber schwer alles in Worte zu fassen ohne zu groß zu spoilern oder zuviel vorweg zu nehmen. Und es gibt eigentlich soviel zu erwähnen.

In "Wasteland" begleiten Leser.innen die beiden Protagonisten Laylay und Zeeto, die beide einige Kapitel aus ihrer Sicht erzählen. Dabei ist Zeetos Art zu erzählen teilweise mit Tagebucheinträgen zu vergleichen und nicht immer linear. Es macht Spaß den Beiden durch die Geschichte zu folgen. Ein paar wenige Kapitel werden auch von Root erzählt, der zu einer Gang gehört.

Los geht es gleich mitten im Geschehen, Zeeto ist im Ödland, hat dort vor einem alten Bunker ein Baby gefunden und hat sich auf dem Weg zurück dann verlaufen.
Laylay und ihr Vater reisen durch die postapokalyptische Welt von einem Ort zum anderen und betreiben Handel. Auf dem Handgebunden-Markt, auf dem Zeeto zu Hause ist bekommt Laylay dann den Auftrag ihn zu retten.

Die Geschichte an sich ist spannend und es wird ein riesige Geheimnis aufgedeckt. Teilweise war es aber etwas lang bis wirklich etwas passiert ist und am Ende ging dann alles rasend schnell. Die Story dreht sich großteils um die Beziehung zwischen Laylay und Zeeto die so einige Tiefen aber auch Höhen hat und zum Glück keine kitschige Liebesgeschichte ist. Beide gehen meist sehr erwachsen mit allem um und ich mochte die Dynamik zwischen den Beiden sehr. Die Geschichte um das Baby und die unterschiedlichen Kulte und Gangs die es noch gibt war leider nicht ganz so spannend erzählt, auch wenn sie mich interessiert hat.

Die Zukunftsversion hier ist zwar wirklich düster aber nicht hoffnungslos. Die Menschheit hat sich nach einem Krieg fast ausgelöscht. Viele Teile der Erde sind nicht mehr bewohnbar, dort wo Menschen leben wächst aber fast nichts mehr, weil alles zerstört wurde. Insekten gibt es nur noch im sogennanten Ödland, in dem aber keine Menschen leben können weil alles durch den Wasteland-Virus verseucht ist. Trotzdem haben sich die Menschen wieder in Gruppen zusammengefunden, von denen einige friedlich zusammen leben, andere die "klassischen" hirarchischen Strukturen haben.

Schön ist dass das ganze Buch nicht im generischen Maskulin geschrieben ist, es ist so schön mal ein genderneutral geschriebenes Buch zu lesen und es stört den Lesefluss überhaupt nicht. Im Gegenteil, es macht alles noch interessanter. Die Charaktere haben alle so ihre Schwächen und versuchen trotzdem irgendwie das Beste aus der Situation zu machen.

"Wasteland" ist eine spannende Dystopie die aber nicht ganz so hoffnungslos ist. Voller Abenteuer, spannenden Charakteren und großen Geheimnissen.

Im Buch befindet sich auf der letzten Seite auch eine Inhaltswarnung (mit einem Hinweis darauf ganz am Anfang) was ich wirklich gut finde!


Laut Buch: Gewalt, explizite Schilderung von Sex, Depression und bipolare Neurodivergenz, Kontrollverlust, verbale Androhung sexueller Gewalt, Erwähnung von Sklaverei und sexuellem Missbrauch

30 Oktober 2019

Christian Handel - Rosen & Knochen





Klappentext
Fürchtest du dich, bei Mondschein das Grab einer Hexe zu betreten? Unter den Decknamen Schneeweißchen und Rosenrot ziehen die Dämonenjägerinnen Muireann und Rose durch die Lande. Sie bekämpfen Trolle, retten Jungfrauen vor Wassermännern und vertreiben Kobolde aus Mühlen und Bauernhäusern. Als sie von den Bewohnern eines kleinen Dorfs angeheuert werden, den spukenden Geist einer Hexe unschädlich zu machen, geraten sie allerdings in ein alptraumhaftes Abenteuer, das sie an ihre Grenzen führt. Und das ein gut gehütetes Geheimnis ans Licht bringt, das eine von ihnen vor der anderen gern für immer verborgen hätte …


Drachenmond Verlag | eBook + Taschenbuch 200 Seiten | Die Hexenwald-Chroniken #1 | 06. September 2017

Meinung 
Der Klappentext hat mich hier sehr neugierig gemacht. Dämonenjäger gemischt mit Märchen, klingt vielversprechend. Meine Erwartungen an das Buch waren dann schon recht hoch und Christian Handel hat die Erwartungen erfüllt. Die Leser*innen erwartet ein unheimliches und spannendes Abentuer.

Muireann und Rose waren klasse. Sie sind ein Team und ein Paar und ergänzen sich super. Und sie reden meist miteinander! Es ist so schön eine funktionierende Beziehung in einem Buch zu lesen. Gegen Ende werden die Beiden und ihre Beziehung dann auf eine harte Probe gestellt und sie gehen so gut und realistisch damit um.

Die Beziehung der Beiden ist weder kitschig noch zu sehr im Mittelpunkt. Der Hexen und Geisterplot ist wirklich die Hauptgeschichte. Und diese ist wirklich düster und unheimlich. Und teilweise echt heftig weil das Märchen von Hänsel und Gretel mit eingewoben wird und die Hexe wirklich fies ist. Die Geschichte im Hexenhaus ist abgeschlossen, es bleibt aber noch sehr viel Stoff für die Fortsetzung, die hoffentlich bald erscheint.
Einziger Kritikpunkt: ein paar Seiten mehr hätten der Geschichte manchmal gut getan, manches hätte ein bisschen ausführlicher erklärt werden können.

Christian Handel hat eine angenehme Art zu erzählen. Er baut genung Details ein damit alles sehr lebendig wirkt, verliert sich aber nicht in Beschreibungen. Das Buch hat eine sehr düstere Atmosphäre und ist teilweise auch sehr beklemmend. Manchmal fühlt man den Lufthauch der Geister fast. Traust du dich in das Haus der Hexe?

Rosen und Knochen ist wunderbar unheimlich, das alte Hexenhaus hat eine sehr beklemmende Amtosphäre. Dazu die Geister der Kinder, der Fluch der Hexe und die Rückblenden. Ein passendes Buch um sich ein paar Stunden zu gruseln.


Gewalt gegen Kinder, Mord, angedeuteter Kanibalismus

Die Reihe
Hexenwald-Chroniken
1: Rosen & Knochen
2: tba
3: tba

23 September 2019

Michael Ende - Momo





Klappentext
Momo, ein kleines struppiges Mädchen, lebt am Rande einer Großstadt in den Ruinen eines Amphitheaters. Sie besitzt nichts als das, was sie findet oder was man ihr schenkt, und eine außergewöhnliche Gabe: Sie hört Menschen zu und schenkt ihnen Zeit. Doch eines Tages rückt das gespenstische Heer der grauen Herren in die Stadt ein. Sie haben es auf die kostbare Lebenszeit der Menschen abgesehen und Momo ist die Einzige, die der dunklen Macht der Zeitdiebe noch Einhalt gebieten kann ...


Thienemann | eBook + Hardcover 304 Seiten | Einzelband | 17. August 2019 (Erstauflage ist 1973 erschienen)

Meinung 
"Momo" kennt wahrscheinlich fast jeder, zumindest hat man den Namen schonmal gehört und vielleicht sagen einem die "grauen Männer" auch noch was. An meinen ersten Kontakt mit Momo kann ich mich nicht mehr so erinnern, ich glaube es war der Film und dann habe ich irgendwann das Buch aus der Bibliothek geliehen. Aber wirklich erinnern konnte ich mich nicht mehr. Deshalb habe ich das Buch nun endlich nochmal gelesen.

Da es wirklich lange her ist seit ich die Geschichte gelesen hatte war einiges wieder neu für mich. Es hat echt Spaß gemacht die Geschichte nochmal zu erleben und zusammen mit Momo den Zeitdieben Einhalt zu gebieten. Jetzt scheint die Botschaft des Buches auch noch viel besser in unsere Zeit zu passen, alles ist ja darauf ausgelegt möglich effizient zu funktionieren und Menschen nehmen sich immer weniger Zeit für sich selbst oder andere.
Es gibt viele Punkte die zum Nachdenken anregen, oder man erlebt "einfach" zusammen mit Momo eine großes Abenteuer. Ich finde es schön dass dieses Buch die Leser.innen nicht mit erhobemen Zeigefinger belehren will und das alles eher unterschwellig macht..

Momo mochte ich sehr, sie ist sehr bedacht und freundlich und ich finde es klasse das sie einfach durch zuhören vielen helfen kann. Ihrem Alter entsprechend ist sie manchmal noch etwas naiv aber niemals anstrengend. Eine tolle Protagonistin.

Die Jubiläumsausgabe hat auch noch ein paar schöne Illustrationen des Autors als Bonus.

Momo ist ein zeitloses Märchen für jeden Menschen egal welchen Alters.

19 September 2019

Raphaela Edelbauer - Das flüssige Land





Klappentext
Der Unfalltod ihrer Eltern stellt die Wiener Physikerin Ruth vor ein nahezu unlösbares Paradox. Ihre Eltern haben verfügt, im Ort ihrer Kindheit begraben zu werden, doch Groß-Einland verbirgt sich beharrlich vor den Blicken Fremder. Als Ruth endlich dort eintrifft, macht sie eine erstaunliche Entdeckung. Unter dem Ort erstreckt sich ein riesiger Hohlraum, der das Leben der Bewohner von Groß-Einland auf merkwürdige Weise zu bestimmen scheint. Überall finden sich versteckte Hinweise auf das Loch und seine wechselhafte Historie, doch keiner will darüber sprechen. Nicht einmal, als klar ist, dass die Statik des gesamten Ortes bedroht ist.
Wird das Schweigen von der einflussreichen Gräfin der Gemeinde gesteuert? Und welche Rolle spielt eigentlich Ruths eigene Familiengeschichte? Je stärker sie in die Verwicklungen Groß-Einlands zur Zeit des Nationalsozialismus dringt, desto vehementer bekommt Ruth den Widerstand der Bewohner zu spüren. Doch sie gräbt tiefer und ahnt bald, dass die geheimnisvollen Strukturen im Ort ohne die Geschichte des Loches nicht zu entschlüsseln sind.


Klett Cotta | eBook + Taschenbuch 350 Seiten | Einzelband | 24. August 2019

Meinung
Die Longlist der deutschen Buchpreises schaue ich mir jedes Jahr an, und nehme mir auch jedes Jahr wieder vor einige der Bücher zu lesen. "Das flüssige Land" klang sehr interessant und ist inzwischen auch auf der Shortlist gelandet

Eine Rezension zum Buch zu schreiben finde ich nicht einfach. Mir fehlen die Worte um das was ich gelesen habe zu beschreiben und vieles kann auch nicht ohne große Spoiler besprochen werden. Die Geschichte an sich ist interessant und lässt aber auch viel Raum für Interpretationen. Es wird nichts aufgeklärt aber viele Fragen gestellt.

"Das flüssige Land" ist sehr komplex und voller Details und fordert beim lesen deshalb einiges an Aufmerksamkeit der Leser.innen. Alles ist dabei surreal und nicht wirklich greifbar. Die Zeit verläuft nicht linear und das Raum-Zeit Gefüge scheint in Groß-Einland sehr durcheinander zu sein. Auch die Erzählweise ist sprunghaft und man springt vom jetzt in die Vergangenheit und wieder zurück ohne große Vorwarnung.
Aber gerade dadurch entsteht ein Sog und man will wissen wie es denn nun weitergeht, was passiert ist und ob alles vielleicht doch nur ein Fiebertraum ist?

Die Erzählweise von Edelbauer ist allerdings sehr kafkaesk. Von Kafka bin ich leider gar kein Fan, auch wegen seiner Erzählweise. Raphaela Edelbauer liest sich (leider) wie ein moderner Kafka. Sie schafft es dabei aber trotzdem ihren eigenen Stil mit einzubringen und eine spannende, wenn auch groteske, Geschichte zu erzählen.

Danke an Netgalley und den Klett-Cotta Verlag für das zur Verfügung gestellte Leseexemplar.
 

05 September 2019

Pauline Peters - Das verborgene Cottage





Klappentext
Band 4 einer Reihe! Spoiler zu den Vorgängern im Klappentext!
Irland, Herbst 1908: Victoria und Jeremy freuen sich auf eine romantische, wenn auch verspätete Hochzeitsreise auf die Grüne Insel. Doch bei einem ersten Spaziergang auf dem herrlichen Landsitz in der irischen Grafschaft Galway verirrt sich Victoria im Moor. Ein junger Mann namens Ióseph rettet sie. Als wenige Tage später eine junge Frau tot im Moor aufgefunden wird, steht Ióseph unter Mordverdacht. Victoria glaubt an die Unschuld ihres Retters. Die Suche nach der Wahrheit führt sie in elegante Anwesen auf dem Land, ebenso wie in Dubliner Armenhäuser. Dabei kommt sie einem unglaublichen Geheimnis auf die Spur ...


Bastei Lübbe | eBook + Taschenbuch 464 Seiten | Victoria Bredon #4 | 31. Juli 2019

Meinung
Angesprochen hat mich hier der Klappentext. Ich hatte irgendwie einen spannenden und nicht zu brutalen Krimi in etwas unheimlicher Atmosphäre erwartet. Leider habe ich nicht gewusst das es sich hier schon um Teil 4 einer Reihe handelt. Trotzdem kam ich gut zurecht, die Erlebnisse aus den ersten drei Bänden werden immer wieder angesprochen und eingebaut, so dass ich genug Informationen hatte. Und auch etwas neugierig auf die ersten Teile wurde. Wer aber die Reihe noch nicht kennt und von Anfang an erleben möchte sollte bei "Die rubinrote Kammer" starten.

Victoria ist eine interessante Protagonisitin mit schon recht modernen Ansichten. Aber ich mochte Victoria weil sie zu ihren Ansichten steht. Sie hat ihren eigenen Kopf und versucht auch ihren Kopf durchzusetzen.
In Band 4 ist sie schon mit Jeremy verheiratet und schwanger. Und ich bin eigentlich ganz froh das ich die ganze sich anbahnende Romanze übersprungen habe. Die Beiden sind ein tolles Paar, das sich auch mal streitet.
Hopkins, der Butler von Victoria, war auch ein sehr interessanter Charaktere. Stets der zuverlässige und perfekte Butler aber auch ein Ermittler der Victoria in vielem unterstützt.

Die Geschichte ist interessant und der Kriminalfall zumindest am Anfang spannend. Ich hatte sehr schnell einen Verdacht wer mit in die Sache verwickelt ist und hatte mit den meisten Vermutungen dann auch recht.
Durch die Geschichte begleiten die Leser.innen meist Victoria. In manchen Kapiteln auch Jeremy oder Hopkins.

Pauline Peters hat eine angenehme Art zu erzählen. Sie baut sehr viele Details der Umgebung, Zeit und Architektur ein. Dadurch wird alles sehr lebendig und als Leser lernt man das alte Dublin und London kennen. Auch die politischen Spannungen der damaligen Zeit werden erwähnt. Im Nachwort werden dann noch einige geschichtliche Hintergrunde erklärt, für alle die noch mehr wissen wollen. Es wirkt auf jeden Fall alles sehr rund und gut recherchiert.



Mord, Gewalt gegen Menschen, sexueller Missbrauch

Danke an Netgalley und Bastei Lübbe für das Rezensionsexemplar.

Die Reihe
Victoria Bredon
1: Die rubinrote Kammer
2: Das Geheimnis des Rosenzimmers
3: Das Zedernhaus
4: Das verborgene Cottage

07 August 2019

Nadine Erdmann - CyberWorld 7.0: Bunker 7




Klappentext
Band 7 einer Reihe Sommerferien! Was könnte da mehr Spaß machen als ein paar Tage Spannung und Action in einem neuen CyberPark? "Bunker 7" verspricht Endzeit-Nervenkitzel vom Feinsten beim Kampf ums nackte Überleben. Doch schon bald müssen Jemma, Jamie, Zack und ihre Freunde feststellen, dass sie sich diesem Kampf nicht nur im Spiel stellen müssen …


Greenlight Press | eBook 318 Seiten | CyberWorld #7 | 06. August 2019

Meinung
Band 7 ist der letzte Band der CyberWorld Reihe und ich habe ihn mit einem lachenden und einem weinenden Auge gelesen. Schade dass nun die Zeit mit Jemma, Jamie und ihren Freunden vorbei ist. Mit Band 7 gelingt Nadine Erdmann aber ein guter Abschluss. Alte Bekannte tauchen wieder auf und die offenen Fäden der vorherigen Bände werden abgeschlossen.

Das Setting ist dieses mal endzeitlich, die Freunde melden sich zu einem neuen Cyberpark an. Den Bunker 7. Das Setting ist nicht nur endzeitlich, auch Steampunk ist dabei. Und das Setting war wirklich sehr klasse. Und die Abenteuer in der Cyberworld wieder klasse und spannend. Die Spannung in der Geschichte steigt kontinuierlich und aus dem spannenden Spiel wird bitterer Ernst. Sehr gut gemacht. Es gibt zum Glück auch immer wieder kleine Verschnaufpausen für die Protas und die Leser.innen. Und auch dieses mal bleibt kaum jemand verschont, es geht teilweise echt brutal zu.

Alles perfekt war leider nicht, ich habe auch etwas kritik. Gerade der Start und das Ende waren mir irgendwie zu flauschig und zu sehr auf heile Welt gemacht. Am Start ist es nicht ganz so krass aber die letzten Kapitel dann doch sehr. Allgemein waren alle Protagonisten, ihre Eltern und auch Freunde immer fast schon zu perfekt und korrekt. Streit wird schnell gelöst, jeder ist irgendwie immer da und vor allem sind alle irgendwie immer einer Meinung. Ja, irgendwie waren die ersten Teile auch manchmal so ihre "Wohlfühlmomente", es sind ja auch Jugendbücher. Aber in Band 6 und 7 war es einfach zuviel Fausch für mich.

Bunker 7 ist ein guter Abschluss der Reihe. Wer gerne eine actionreiche und spannende Jugendbuchreihe lesen mag, die manchmal auch einen sehr großen Wohlfühlfaktor hat, der sollte sich die Cyberworld Reihe auf jeden Fall anschauen.
Die Reihe
Cyberworld 
1: Mind Ripper
2: House of Nightmares
3: Evil Intentions
4: The Secrets Of Yonderwood
5: Burning London
6: Anonymous
7: Bunker 7

Weitere Meinungen:
Ascari Leseratz  

27 Juli 2019

Seanan McGuire - Der Atem einer anderen Welt




Klappentext
Kinder und Jugendliche sind zu allen Zeiten in Kaninchenlöcher gefallen, durch alte Kleiderschränke ins Zauberland vorgestoßen oder auf einer Dampflok in magische Welten gereist. Aber … was geschieht eigentlich mit denen, die zurückkommen? Mit Nancy, die die Hallen der Toten besucht hat und den Rest ihres Lebens am liebsten still wie eine Statue verbringen würde. Und mit Christopher, den Jungen mit der Knochenflöte, der die Toten für sich tanzen lassen kann. Sumi, die das Chaos braucht wie die Luft zum Atmen, weil sie aus einer Unsinnswelt kommt. Oder Jack & Jill, die mit Vampiren und Wissenschaftlern unter einem blutig-roten Mond aufgewachsen sind.


Fischer Tor | eBook + Hardcover 464 Seiten | Every Heart a Doorway, Down Among the Sticks and Bones, Beneath the Sugar Sky übersetzt von Ilse Layer | Wayward Children #1-3 | 23. Januar 2019

Meinung
Der Klappentext hat mich hier sehr neugierig gemacht. Als ich das Buch dann gekauft habe hatte ich allerdings noch keine Ahnung war mich erwartet. Irgendwie hatte ich durch den Klappentext erwartet dass es nur um eine Schule voller junger Menschen geht die eben versuchen in unserere Welt wieder klar zu kommen. Oder lernen die Türen zu öffenen und viele Abenteuer erleben. Bekommen habe ich soviel mehr.
In der deutschen Übersetzung wurden die ersten 3 Novellen der "Wayward Children" zusammen als ein Buch herausgegeben. Die drei Geschichten spielen zwar in der gleichen Welt, der gleichen Schule und Charaktere tauchen immer wieder auf, können aber auch unabhängig voneinander gelesen werden. Also erwartet hier kein zusammenhängendes Abenteuer. Wie erleben drei kürzerer Abenteuer mit unterschiedlichen Akteuren.

In der ersten Geschichte, Der Atem einer anderen Welt, begleiten wir Nancy die in einer sehr stillen Unterwelt und möchte eigentlich nur dahin zurück. Da sie sich so seltsam verhält haben ihre Eltern sie an Eleanor Wests Schule angemeldet. Und diese Schule ist voller Kinder die alle in anderen Welten waren. Für jedes Kind gibt es eine eigene Tür, manche finden diese und bleiben in ihrer Welt, manche kommen wieder zurück. Doch dann gibt es einen Mord und natürlich fällt der Verdacht auf die Neue.
Ich mochte hier vor allem die Mischung aus Urban-Fanatasy, düsteren Märchen und ein bisschen Krimi. Die Mordfälle spielen nicht unbedingt die Hauptrolle, der Fokus liegt eher auf den Charakteren.

In der zweite Geschichte, Unter einem roten Mond, begleiteten wir die Zwillinge Jack and Jill die in einer Horror-Welt gelandet sind. Dort lebt die eine bei einem Vampirlord und ihre Schwester macht eine Ausblidung bei einem verrückten Wissenschaftler. Ich mochte diese Geschichte mit am Meisten, so schön düster. Und es werden hier so viele Themen angesprochen die mit zum nachdenken anregen ohne dabei belehrend zu wirken. Vor allem geht es um Rollen und Geschlechterklischees in die Kinder schon sehr früh gedrängt werden. Und auch um Eltern die ihre Kinder eher als ein Projekt sehen und nicht wirklich als individuelle Menschen. Alleine dadurch ist "Unter einem roten Mond" teilweise echt richtig traurig, macht wütend und betroffen.

Die dritte Geschichte, Süsser Unsinn, spielt wieder im jetzt und Rini erscheint, die ihre Mutter sucht. Beneath the Sugar Sky ist eine Fortsetzung der ersten Geschichte. Und hier reisen wir endlich durch unterschiedliche Welten und lernen mehr davon kennen. Diese Geschichte war eher skuril und weniger düster, vor allem die Zuckerwelten. Teilweise war es auch einfach sehr sehr seltsam und insgesamt hat mir diese Geschichte von allen am wenigsten gefallen. Die Charaktere waren wieder toll, der Weltenbau auch. Aber das Gesamtbild hat mich hier nicht so überzeugt.

Dieses Buch ist voller Überraschungen und ich fand es wirklich sehr gut. Ja insgesamt war es mir viel zu kurz weil ich die Charaktere einfach gerne für immer begleiten würde. Seanan McGuire spricht soviele Themen an und baut soviele wunderbare diverse Charaktere ein die aber nicht alleine durch ihr "Andersein" definiert werden . Und das schöne ist das alle Charaktere so sein dürfen wie sie sind, ohne eine Wertung oder dumme Kommentare zu erhalten! Die Kinder hier haben alle unterschiedliche Welten besucht und das unterscheidet sie mehr als alles andere. Es gibt soviele unterschiedliche Charaktere. Die Kinder haben schon viel erlebt und haben teilweise auch Traumata davon getragen. Aber nichts davon wird einfach unkommentiert stehen gelassen.

Ich hoffe die weiteren Abenteuer werden auch übersetzt.

Noch eine Anmerkung: Das deutsche Cover finde ich leider eher semi gelungen. Es gab so schöne Vorlagen und was bekommen wir? Einfach ein komisches Tor das iwie viel zu nett wirkt. (haha, Wortwitz mit dem Verlag fällt mir geade auf...)


Weitere Meinungen:
Rike Random hat die deutsche und die englischen Ausgaben verglichen.

Die Reihe
Wayward Children
1: Der Atem einer anderen Welt, Every Heart a Doorway
2: Der Atem einer anderen Welt, Down Among the Sticks and Bones
3: Der Atem einer anderen Welt, Beneath the Sugar Sky
4: In an Absent Dream
5: Come Tumbling Down

20 Juni 2019

Anett E. Schlicht - Zeit der Eismonde




Klappentext
Wispernde Stimmen in der Dunkelheit, Albträume in der Nacht und grausame Visionen am Tag: Der siebzehnjährige Ouwen glaubt, den Verstand zu verlieren. Als ihn eines Nachts ein mysteriöser Fremder aus dem Schlaf reißt und ihn auffordert, unverzüglich mit ihm aus seiner Heimat zu fliehen, fürchtet er, in einem seiner Albträume gefangen zu sein. Doch der Schattenläufer Hayden ist real - genau wie die dunklen Jäger, die Ouwens Spur aufgenommen haben. Und Ouwen weiß, wer ihnen in die Hände fällt, ist für immer verloren …


Buchdetails 
Werbung
 Piper Verlag | eBook + Taschenbuch 384 Seiten | Zeit der Eismonde #1 | 02. Mai 2019 
| Leseprobe
 
Meinung
Bei "Zeit der Eismonde" hat mich der Klappentext sofort neugierig gemacht. Und dann habe ich es zufällig auch bei Netgalley entdeckt und angefordert, Danke an den Verlag dass ich ein Rezensionsexemplar lesen durfte.

Der Einstieg ins Buch war sehr spannend. Düster, unheimlich und machte neugierig. Und ich war sofort gefangen. "Zeit der Eismonde" schien perfekt zu werden, leider gab es dann doch ein paar kleine Kritikpunkte.

Dann lernt man auch schon Ouwen kennen. Der noch denkt ein einfacher Junge zu sein, allerdings hört er Stimmen und sieht manchmal seltsame Schatten. Es stellt sich schnell heraus dass er doch nicht so durchschnittlich ist und Fähigkeiten hat, die ihn seine Freiheit und sein Leben kosten können. Zusammen mit Hayden macht er sich dann auf den Weg, besser gesagt auf die Flucht. Weit weg und hoffentlich in Sicherheit.
Ich mochte Ouwen sehr, es war zwar wiedermal ein Auserwählter aber er lern langsam dazu und kann nicht sofort alles. Auch stellt er immer wieder Fragen und macht nicht nur blind dass, was Fremde ihm sagen.

Die Geschichte entwickelt sich sehr langsam. Anett E. Schlicht nimmt sich Zeit die Charaktere vorzustellen, die Welt und lässt die Magie nur langsam in die Geschichte fließen. Trotzdem blieb es immer interessant und wurde nie langatmig oder langweilig.
Als Leser begleitet man nicht nur Ouwen, es gibt auch immer wieder Rückblicke in denen andere Charaktere eine Rolle spielen, wie die Prinzessin Reeva. Und bis zu dem Zeitpunkt in dem man das Königshaus besucht war ich vom Buch wirklich angetan und war der festen Überzeugung das wird ein 5 Sterne Buch. Leider kommen dann wieder die typischen Klischees die eine auf dem Mittelalter basierende High-Fantasy Geschichte wohl haben muss. Frauen haben nichts zu melden, die Königin leidet still (und mit Alkohol) vor sich hin weil ihr Mann sie betrügt und machen kann sie nichts. Es nervt mich in der Zwischenzeit einfach so sehr. Das war ein kleiner Dämpfer für mich. Reeva versucht aber das Beste aus ihrer Situation zu machen. Und sie ist schlau, neugierig und hält sich nicht unbedingt an Regeln. Ich hoffe sehr das wird in Band 2 noch mehr ausgebaut.
Was ich dem Buch aber sehr zu Gute halte: Die Geschichte kommt ohne sexuelle Gewalt aus!

Als die Geschichte um Ouwen dann wirklich spannend wird ist das Buch auch schon zu Ende und jetzt heißt es warten auf Band 2. Die Geschichte endet sehr rund, wenn auch vieles noch offen ist. Es gibt kein Cliffhanger.

"Zeit der Eismonde" ist ein gelungener Auftakt. Eine düstere und interessante Geschichte, die sich langsam entwickelt. Für High-Fantasy Fans sehr zu empfehlen.

Die Reihe
Zeit der Eismonde
1: Zeit der Eismonde
2: tba

24 Mai 2019

Kaufman & Kristoff - Illuminae




Klappentext
Heute Morgen noch dachte Kady, das Schlimmste, was ihr bevorsteht, ist die Trennung von ihrem Freund Ezra. Am Nachmittag dann wird ihr Planet angegriffen. Kady und Ezra verlieren sich bei der Flucht und gelangen auf unterschiedliche Raumschiffe. Doch die Fliehenden werden immer noch von dem feindlichen Kampfschiff verfolgt. Und damit nicht genug: Ein Virus, freigesetzt bei dem Angriff mit biochemischen Waffen, mutiert mit grauenhaften Folgen. Und dann ist da noch AIDAN, die Künstliche Intelligenz der Flotte, die von Raumtemperatur über Antrieb bis Nuklearwaffen alles an Bord steuert. Leider nur ist AIDAN bei dem Angriff außer Kontrolle geraten und übernimmt nun das Kommando. (Quelle: Verlagsseite)


Buchdetails
dtv Verlaf | ebook + Taschenbuch 608 Seiten | Illuminae, Übersetzt von: Katharina Orgaß und Gerald Jung | Die Illuminae-Akten_01 | 13. Oktober 2017 | ab 14 

Meinung
Science-fiction lese ich sehr gerne und Bücher von Jay Kristoff muss ich sowieso haben. Illuminae war dann auch mehr oder weniger ein Pflichtkauf, es stand aber lange im Regal weil der Hype echt riesig ist und mich Hypes zur Zeit eher abschrecken. Und ja die Erwartungen an ein Hypebuch sind auch sehr sehr groß, deshalb wollte ich mit dem Lesen etwas warten. (Hatte auch was, jetzt kann ich dann immerhin auch Band 2 lesen und hoffen das Band 3 doch noch bald auf deutsch erscheint)

Illuminae besticht vor allem sofort durch seine Aufmachung und die Erzählweise. Hier gibt es keine Protagonisten die erzählen, auch keinen allwissenden Erzähler. Die ganze Buch ist eine Akte die aus einer Sammlung von unterschiedlichen Dokumenten wie Verhörprotokolle, Lagepläne, Chatverläufe  und anderem besteht. Es gibt immer wieder Anmerkungen der Person die die Akte zusammengestellt hat um Zusammenhänge deutlicher zu machen oder auf kleine Details wie Zeitstempel nochmal hinzuweisen.

Leider ist die Geschichte an sich wirklich nicht so einfallsreich und vieles blieb mir viel zu Oberflächlich. Aber trotzdem ist Illuminae wirklich spannend. Vor allem durch die spielereien mit der Schrift und den Akten entsteht ein sehr gutes Bild im Kopf. Nach den ersten 100 Seiten war ich noch etwas enttäuscht weil vor allem die Charaktere so kindisch wirkten. Aber dann wird es sehr spannend und das Ende war auch sehr gelungen (wenn auch etwas übertrieben). Durch die Aufmachung stellt sich auch schnell Kopfkino ein und fast kommt man sich vor wie im Film.

Kady ist ein typischer Teenager und hat Stress mit ihrem Freund, weil beide sich gerne streiten und Vorwürfe machen anstatt miteinander zu reden. Auf der Hypatia ist sie sehr mürrisch und anstrengend, was aber auch wieder wirklich passt. Ihr Heimatplanet wurde angegriffen, fast alle sind tot. Ihre Eltern verschollen und sie hat nichts und niemanden zum reden. Ebenso ist es mit Ezra, der auf dem anderen Schiff ist und zu einer Militärausbildung gezwungen wird. Aber sonst sind die Beiden irgendwie nur nervige Teenies die jedes Klischee der verliebten Teenies erfüllen. Kady soll eine Bad-Ass Heldin sein, ist sie auch sie kann einiges. Aber manchmal wirkte sie dadurch auch einfach nicht menschlich.

Die Lage auf den Schiffen ist angespannt und gut dargestellt, soviele Menschen zusammen auf einem Schiff mitten im Nirgendwo. Es ist erstaunlich wie wenig eigentlich schief läuft.

Ein spannendes und interessantes Abenteuer das aber vor allem durch die Aufmachung besticht.

Die Reihe
Illuminae Akten
1: Illuminae
2: Gemina
3: Obsidio (noch kein Datum für die Übersetzung bekannt)
Weiter Rezenionen:
Book Walk
Miss Foxy Reads

28 April 2019

Dustin Stevens - Der Fährmann




Klappentext
Detective Reed Mattox kehrt nach nur drei Monaten nach dem Tod seines Partners wieder in den Polizeidienst zurück. Mit seinem Wechsel zur Abteilung K 9, dem Übernehmen von Nachtschichten und seinem Umzug auf einen Bauernhof meilenweit entfernt von Columbus distanziert er sich aus der Öffentlichkeit. Diese Abgeschiedenheit wird zerstört, als die ersten Leichen in Bottom auftauchen, dem ärmsten Viertel der Stadt, in dem er sich gerade auf Streife befindet. Mitten in der Nacht geschehen mehrere grauenvolle Ereignisse, und da die Bezirke überlastet sind, gibt es keine andere Möglichkeit, als dass sich der Detective darum kümmert. Mit der Ruhe ist es gänzlich vorbei, als sich Reed mit seinem Partner, einem belgischen Schäferhund, auf die aufsehenerregende Suche nach den Mordopfern begibt, die ihn quer durch die Stadt und ihre Geschichte zu einem Ereignis führt, für das einige einflussreiche Personen alles tun würden, damit es begraben bleibt.

Buchdetails
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Papierverzierer | eBook 299 Seiten | The Boat Man übersetzt von Melanie Vogltanz | Reed & Billie #1 | 07. Februar 2019

Meinung
Bei "Der Fährmann" hat mich den Klappentext sehr neugierig gemacht und ich wollte auch endlich mal wieder einen Thriller lesen.
Der Einstieg ist gleich wirklich spannend, so begleitet man als Leser den Mörder und dann erst Detective Reed und seine Partnerin. Das schöne ist, dass Billie eine Schäferhündin mit Militärausbildung ist und das Duo so mal etwas anders war als in den üblichen Thrillern. Reed ist zwar auch etwas gebeutelt aber noch nicht ganz so kaputt, er hat mit dem Tod seiner früheren Partnerin zu kämpfen und findet langsam zurück in den Alltag. Dann wird er gleich auf den Killer angesetzt und sein kompletter Tagesablauf wird auf den Kopf gestellt. Ich mochte sehr wie sich das Zusammenspiel von Reed und Billie entwickelt. Reed hatte entweder die Möglichkeit zu gehen oder sich einen neuen Partner zu suchen, und dann wurde ihm Billie vorgeschlagen. Beide kennen sich schon etwas müssen sich aber noch als Team beweisen.

Die Ermittlungen sind sehr spannend und es war wirklich gut wie kleine Details die immer wieder auftauchen dann doch noch wichtig werden. Und wie hier ein paar Details aus der Mythologie eingeflossen sind war auch sehr spannen.
Durch die Geschichte begleitet man als Leser mal Reed und mal den Mörder, bis sich beide dann in einem sehr spannenden Finale treffen. Was genau das Motiv des Täters ist bleibt lange unklar, man bekommt immer wieder kleine Infos von beiden Seiten und es macht Spaß mitzurätseln. Schade fand ich die Auflösung des Tatmotivs dann aber doch, das Buch ist so gut und dann wird hier auf einen so typischen Trope zurückgegriffen das es mich schon genervt hat. Bis zu diesem Punkt war es wirklich ein sehr gutes Buch aber das hat meiner Begeisterung dann doch einen kleinen Dämpfer verpasst.

"Der Fährmann" ist ein sehr spannender Thriller der mit einem interessanten Ermittlerduo und einer spannenden Erzählweise punktet.

Herzlichen Dank an den Papierverzierer Verlag für das Rezensionsexemplar.

Die Reihe
Reed & Billie
1: Der Fährmann, The Boat Man
2: The Good Son
3: The Kid
4: The Partnership
5: Justice
6: The Scorekeeper

20 März 2019

Lilyan C. Wood - Sturmmädchen




Klappentext
Ru’una endlose Weiten endlose Gefahr Als Liv durch einen magischen Strudel in die Welt Ru’una katapultiert wird, ahnt sie nicht, welche Gefahren dort lauern. Feuerspeiende Ungeheuer, getrieben von einem machtgierigen Hexer, terrorisieren die Bewohner. Ist Liv die lang ersehnte Rettung, die die Widerständler herbeisehnen oder doch nur ein einfaches Mädchen in einer fremden Welt? Während sie selbst noch an sich zweifelt, legen die Bewohner Ru’unas ihr Schicksal in Livs Hände. Gelingt es ihr, über sich hinauszuwachsen, oder ist die Welt dem Untergang geweiht?


Buchdetails
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Zeilengold Verlag | eBook + Taschenbuch 424 Seiten | Einzelband | 30. November 2018

Meinung
Neugierig gemacht hat mich auf dieses Buch zugegebenermaßen das Cover. Bei Drachen muss ich einfach genauer schauen. Und der Klappentext klang auch interessant, nach einem netten Jugendbuch eben. Und genau das bekommen Leser.innen bei "Sturmmädchen" auch.

Durch die Geschichte begleiten wir Olivia, von allen nur Liv genannt. Sie macht sich vorwürfe weil ihre beste Freundin durch einen Unfall starb. Und Liv auf andere Gedanken zu bringen fahren ihre Eltern mit ihr in den Urlaub, in ein Ferienhaus. Dort macht Liv eine kleine Wanderung um den Kopf frei zu bekommen und wird dann auch promt nach Ru'una befördert.

Ru'una lernt man etwas kennen, eine schöne Welt die leider von einem grausamen Magier angegriffen wird. Liv soll als Stummädchen diesen Magier, zusammen mit den Rebellen, bekämpfen. Was gar nicht so einfach ist. Aber Liv macht sich, sie bekommt Selbstvertrauen und wird eine Kämpferin. Leider blieben die anderen Charakter recht blass. Es fehlt den Charakteren an tiefe, jeder ist entweder total gut oder absolut böse.

Die Welt Ru'una lernen Leser.innen gut kennen. Sie ist nicht groß aber spannend. Und es gibt ein paar sehr interessante Wesen. Von den drachenähnlichen Dra'ogas zu den niedlich wirkenden Hulas. Sehr gefallen hat mir hier das die Wesen nicht so klischeehaft sind wie sie zunächst wirken. Sie bieten einige Überraschungen.

Das Buch ist recht kurz und die Handlung sehr straff, alles geht sehr schnell und es gibt wirklich wenige Konflikte. Die Tiefe fehlt hier. Dafür bietet das Buch aber wirklich gute Unterhaltung. Der Start wirkt etwas wie ein typisches, sehr fluffiges, Jugendbuch. Dann wird es aber wirklich spannend und mitreisend und nach ein paar Kapiteln konnte ich nicht mehr mit dem Lesen aufhören.

Alles in allem ist "Sturmmädchen" eine nette Jugenbuchfantasy mit Happy-End Garantie die sich gut zwischendurch lesen lässt.

Herzlichen Dank an den Zeilengold Verlag für das Leseexemplar.


02 März 2019

Horus W. Odenthal - Ninragon. Bevor die Welt sich wendet




Klappentext
Skiar Schattenmond und Nuava sitzen mit ihrer Söldnertruppe auf Isfayr fest, einer der Letzten Inseln bevor die Welt sich wendet, weit weg von den Zentren ihrer Zivilisation. Um von dort wieder fortzukommen, müssen sie einen Auftrag ausführen, der sie mit einem schrecklichen Geheimnis konfrontiert und auf einen dunklen Pfad führt.
Ein geheimnisvoller Einsiedler in seiner Zitadelle auf einer Insel hoch im Norden, ein Prophet, der Ungeheuerliches und Unglaubliches verkündet, ein Elfenfürst, der ehrgeizige und skrupellose Pläne hat, ein Magier, der sich nicht scheut, an die heiligsten Kräfte der Welt zu rühren. Zu dieser brisanten Mischung gebe man eine berüchtigte Söldnertruppe unter Führung von Skiar Schattenmond und Nuava. Es beginnt in der „Galgeneiche“ – es endet im Feuer. In einer Welt, in der der Tod nicht für alle endgültig ist, spüren Skiar und Nuava einen eiskalten Hauch, der schrecklicher ist als der Abgrund des Todes selbst. Meet the buddha, kill the buddha.


Selbstverlag | eBook 168 Seiten | Ninragon #27 | 10. Dezember 2017 

Meinung
Die Ninragon Serie ist mir immer mal wieder über den Weg gelaufen und ich habe davon auch Bücher auf meinem digitalen SuB. Mich hatte es aber etwas genervt das ich scheinbar einen Teil der mittendrin spielt erwischt hatte und dann kam immer wieder etwas dazwischen um mich mal mit der Reihe zu beschäftigen. Nun hat mich der Autor angeschrieben und gefragt ob ich nicht Interesse hätte die Ninragon Reihe zu lesen. Und als Einstieg habe ich "Bevor die Welt sich wendet" erhalten. Eigentlich Band 27 der Serie aber das sollte nicht abschrecken, es ist ein Einzelband der als Einstieg genutzt werden kann.

Los geht es gleich mitten im Geschehen, ohne große Einleitung landet man mitten in einem Gemetzel. Wie es dazu kam erfährt man dann hinterher und auch was nach dem Gemetzel passiert. Den Einstieg mochte ich, es war mal wirklich ungewohnt und anders. Nach und nach lernt man auch ein bisschen was von der Welt kennen, viele Erklärungen gibt es allerdings nicht und ich denke als Neuling im Genre kann das etwas verwirrend werden. Ich fand es allerdings spannend und habe auf mehr Details gewartet. Beim lesen konnte ich mir ein recht gutes Bild der Gegend machen und auch von den Charakteren. Nuavas uns Skiars Vergangenheit wird dabei allerdings nur angedeutet.

Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen. Die Beschreibungen sind zwar detailliert aber nicht zu ausschweifend geraten.
Insgesamt hat Horus W. Odenthal eine sehr düstere und spannende Geschichte geschaffen und es auch geschafft mich sehr neugierig auf das Ninragon Universum zu machen. Viele Dinge sind noch offen aber diese Geschichte fühlt sich abgeschlossen an. Trotz einem Cliffhanger am Ende. Das muss man auch erstmal schaffen. Ich bin auf jeden Fall sehr gespannt auf weitere Geschichten aus dem Ninragon Universum und werde wohl ein Buch von meinem SuB befreien.

Wer sich noch nicht mit dem Ninragon Universum auseinandergesetzt hat findet hier auf jeden Fall einen sehr guten Einstieg. Vorausgesetzt man mag düstere und blutige Geschichten. Auf Grund der kürze des Buches und weil es Teil einer Serie ist bleiben allerdings noch einige Punkte offen.


Mehr zur Reihe und den unterschiedlichen Zyklen findet ihr auf der offiziellen Seite zur Reihe.

12 Januar 2019

Robert McCammon - Matthew Corbett und die Königin der Verdammten I




Klappentext
Der ungelöste Mordfall an einem angesehenen Arzt versetzt die Bewohner der noch jungen Stadt New York in Angst und Schrecken. Wer hat das Leben des respektablen Mannes mit einem Messerschnitt auf mitternächtlicher Straße ausgelöscht? königin Der Herausgeber von New Yorks erster und einziger Zeitung tauft das Monster »Den Maskenschnitzer« und gießt damit nur noch mehr Öl auf die Flammen des ungelösten Rätsels. Als der Maskenschnitzer ein neues Opfer fordert, wird der junge Gerichtsdiener Matthew Corbett in einen Irrgarten aus forensischen Anhaltspunkten und gefährlichen Nachforschungen gelockt, die sowohl sein Talent für Ermittlungen als auch seinen Gerechtigkeitssinn wecken

Buchdetails
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Luzifer Verlag | eBook + Hardcover 450 Seiten | The Queen of Bedlam, aus dem englischen von Nicole Lischewski | Matthew Corbett #2.1 | 30. Juni 2018

Meinung
Nachdem das erste "Abenteuer" von Matthew Corbett schon sehr spannend war wollte ich wissen wie es mit ihm weitergeht. Das Buch spielt im Jahr 1702 in New York und Matthew ist als Gerichtsdiener angestellt. Dann geschieht auch schon ein zweiter Mord und Matthews Neugier macht ihn zum perfekten Ermittler. Er liebt ungelöste Rätsel und wir immer tiefer in seltsame Machenschaften verstrickt.

Wirklich viel passiert in diesem Buch aber noch nicht, man lernt erst Matthew und New York kennen und auch einige Einwohner von New York die dann kleinere bis größerer Rollen spielen. McCammon lässt sich viel Zeit alles zu beschreiben und eine tolle etwas düstere Atmosphäre entstehen zu lassen, dabei wird es aber keinesfalls langweilig. Er schafft es einfach das seine Geschichte einen Sog entwickelt. Schön eingearbeitet sind die Ereignisse die in Band 1 und 2 "Die Hexe von Fount Royal". Es gibt immer wieder kleinere Geschichten und Andeutungen darüber, sodass Leser die schon beim ersten Abenteuer dabei waren mitgenommen werden und Leser die erst jetzt Einsteigen Neugierig gemacht werden.

Matthew ist immer noch ein toller Charakter. Er ist neugierig und scheut nicht vor Fragen zurück, bleibt dabei aber ein Gentleman. Ab und an ist er auch etwas naiv. Es gibt viele weitere Charaktere die alle so ihre Macken und Geheimnisse haben.

Ich mag es sehr wie Robert McCammon es schafft das alte New York lebendig werden zu lassen. Die geschichtlichen Hintergründe und auch die damaligen aktuellen Ereignisse sind gut eingebaut und man bekommt ein gutes Gesamtbild, fast als wäre man selbst dabei gewesen. Alles macht den Eindruck McCammon hat viel recherchiert und sich gut informiert. Wie genau kann ich aber nicht sagen, dazu kennen ich mich zu wenig aus.

Dieser Band endet dann aber ziemlich abrupt und mit vielen offenen Fragen. Man merkt dass das Buch zweigeteilt wurde. Aber der nächste Band ist ja schon erschienen.

Matthew Corbett und die Königin der Verdammten ist ein guter historischer Krimi mit einem tollen Protagonisten.
Vielen Dank an den Luzifer Verlag für das Rezensionsexemplar.

Weitere Rezensionen
Life 4 Books

Die Reihe
Matthew Corbett
1.1: ... und die Hexe von Fount Royal I, Judgment of The Witch
1.2: ... und die Hexe von Fount Royal II, Evil Unveiled
2.1: ... und und die Konigin der Verdammten I, The Queen of Bedlam
2.1: ... und und die Konigin der Verdammten II, The Queen of Bedlam 
3: Mister Slaughter
4: The Providence Rider
5: The River of Souls
6: Freedom of the Mask

05 Januar 2019

T.S. Orgel - Terra




Klappentext
In der Zukunft hat sich die Erde in ein ökologisches Wrack verwandelt. Der Mond ist ein einziges Bergwerk, und alle Hoffnungen liegen nun auf der Besiedlung des Mars. Dessen Terraforming ist in vollem Gange, und mit Raumfrachtern werden die Rohstoffe des roten Planeten abtransportiert. Jak ist Mechaniker an Bord eines dieser vollautomatischen Frachter, der gerade mit zwei Millionen Tonnen Erz auf dem Weg zur Erde ist. Was er nicht weiß: Einer der Container ist vollgestopft mit Bomben. Und auch Jak hat ein paar Geheimnisse zu verbergen. Für ihn und seine Schwester Sal, die als Marshal auf dem Mond stationiert ist, beginnt ein gnadenloser Wettlauf gegen die Zeit, bei dem es um nichts weniger geht als um das Schicksal des Planeten Erde …


Buchdetails
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Heyne | eBook + Taschenbuch 512 Seiten | Einzelband | 12. November 2018

Meinung
Die Brüder Orgel kenne ich vor allem als Fantasy Autoren, nun haben sie sich an ein Science-Fiction Abenteuer gewagt. Und das wollte ich unbedingt lesen.

Los geht es gleich sehr spannend und etwas unheimlich. Ohne lange Erklärung findet man sich auf einem Raumschiff in einer sehr brenzligen Situation wieder. Was genau los ist erfährt man erst nach und nach. Der Einstieg ist sehr gelungen und auch der Rest der Geschichte ist meist sehr spannend. Man lernt nach und nach verschiedene Protagonisten kennen und begleitet sie auch abwechselnd. Interessant fand ich dass sich die meisten Protagonisten während des ganzen Buches nie zu Gesicht bekommen, da sie auf unterschiedlichen Raumschiffen und Planeten sind.

Durchweg baut sich die Spannung in der Geschichte auf, man lernt die Protagonisten alle kurz kennen aber dann landen sie auch schon mitten in einer Verschwörung und müssen sich was ausdenken nicht entdeckt zu werden. Fast wie in einem Actionfilm. Alles steigert sich zu einem großen Finale. Aber was ich vom Ende halten soll weiß ich nicht so recht.

Die Zukunfsvision im Buch ist auch gar nicht so unrealistisch, die Erde überbevölkert und ziemlich kaputt und die Menschheit geht dann lieber ins All und beutet andere Planeten aus anstatt mal was wirklich zu verändern. Dafür zieht die Menschheit dabei aber erstaunlich gut an einem Strang, es gibt zwar noch die unterschiedlichsten Staaten die alle die Vorherschafft wollen aber gerade bei den unterschiedlichen Besatzungen merkt man davon nicht sehr viel, mit Ausnahmen. Es wurden auch erstaunlich wenige Klischees eingebracht, es gab sie aber trotzdem auch. Die Charaktere sind alle sehr unterschiedlich und ich bin echt happy das hier so viele unterschiedliche Menschen auftauchen uns zusammenarbeiten.

Es gibt viele neue Technik und man merkt sehr das T.S. Orgel sich wirklich viele Gedanken gemacht haben und auch alles Details beachtet haben. Alles wirkt sehr realistisch. Alles wird auch sehr gut eingebaut und erklärt sodass auch nicht Technik-affine Leser zurechtkommen sollten.

Ich mochte auch die Hinweise auf die aktuelle Popkultur und wie die heutigen bekannten Menschen dann in der Zukunft angesehen werden. Ich musste ja sehr schmunzeln wie das Duo es geschafft hat "Per Anhalter durch die Galaxis" so gut einzubauen und noch vieles anderes wird erwähnt. (Ja, den Wink auf "Alien" mochte ich auch sehr :D).

Die Erzählweise ist sehr sachlich und wirkt etwas distanziert. Dazu ist man zwar immer live dabei aber eine wirkliche Bindung zu irgendwem konnte ich nicht wirklich aufbauen.

Ein wirklich gutes Buch, spannende Geschichte und ein realistischer Zukunftsentwurf. Wer viel Science-Fiction liest wird hier wahrscheinlich nicht viel Neues finden aber gut unterhalten. Und wer gerne mal ins Genre schnuppern möchte kann auch einen Blick in "Terra" wagen.

Danke an Heyne und das Bloggerportal für das Rezensionsexemplar.

Weitere Rezensionen
Life 4 Books

18 Oktober 2018

Kealan Patrick Burke - Seelenhandel




Klappentext
Willkommen in Eddies Tavern, dem einzigen funktionieren Wasserloch in der Nähe einer toten Stadt.
Und dies sind die Menschen, die Sie heute Abend hier antreffen können: Tom, der Milestone Geister-Cop, der im Schatten des Todes wandelt. Gracie, die Bardame, eine Möchtegern-Schauspielerin, dazu verdammt, ihre Lebenszeit im Fegefeuer der Bar ihres Vaters zu verbringen. Flo, eine stadtbekannte Straßenschwalbe, die ihren Mann ermordet haben könnte - oder aber auch nicht. Wen interessiert das schon? Cobb, ein Nudist, der seit langer Zeit auf eine Entschuldigung der Gemeinde wartet, die ihn aber viel lieber loswerden würde. Wintry, ein stummer Riese, dessen seltsame Geschichte man nur zwischen den Schlagzeilen der Zeitungen finden kann. Kyle, der Junge, der ständig eine geladene Waffe unterm Tisch bereit hält. Und Kadaver, der wie eine Leiche aussieht, aber immer gut riecht, und seine Zeit mit dem Stapeln und Zählen von Pennys totschlägt. Und dann gibt es da noch Reverend Hill, der täglich eine Stunde vor Mitternacht erscheint, so pünktlich wie ein Uhrwerk, um ihnen zu sagen, wer sterben wird und wer wieder gehen darf. Willkommen im Eddie's - wo heute Abend zum ersten Mal seit 3 Jahren nichts nach Plan laufen wird.


Luzifer Verlag | eBook + Taschenbuch 350 Seiten | Currency Of Souls übersetzt von Nicole Lischewski | Einzelband | 09. Februar 2015 

Meinung
Kealan Patrick Burke konnte mich bis jetzt mit jedem Buch überzeugen, Seelenhandel musste ich deshalb auch unbedingt haben. Der Klappentext klingt auch wieder spannend und vielversprechend.
Seelenhandel ist ein sehr interessantes Buch mit einer skurrilen Geschichte. Los geht es gleich mitten drin, in Eddies Taverne trifft man die Protagonisten. Und Reverend Hill der wie immer jemanden für eine Aufgabe aussucht. Doch etwas geht dann schrecklich schief und eine spannende und auch abgedrehte Suche beginnt.
Was genau los ist ist aber nicht so klar, das wird erst nach und nach langsam enthüllt. Aber vor allem gegen Ende bleibt dann auch vieles der Interpretation des Lesers überlassen. Das Buch entwickelt einen wirklichen Sog, ich musste unbedingt immer weiter lesen. Manche Stellen sind aber wirklich seltsam und es entstehen erstmal sehr viele Fragezeichen. Die Geschichte ist wirklich sehr abgedreht und voller Überraschungen. Nichts ist wie es scheint.

Die Atmosphäre ist sehr düster und unheimlich. Und Burke kann einfach sehr gut schreiben. Er schafft es das man die Schatten vor sich sieht und mitten in dieser düsteren Stadt steht. Eine Stadt in der man nie weiß ob die Person die man grade sieht jetzt Mensch, Geist oder einfach nur Einbildung ist. Oder gar ein Dämon? Es breitet sich beim lesen oft eine Gänsehaut aus.

Seelenhandel ist anders aber sehr lesenswert. Vor allem für Fans von etwas abgedrehteren Geschichten die auch kein Problem damit haben das ab und an Blut fliest.

21 September 2018

Judith Vogt - Roma Nova




Klappentext
Das Römische Imperium hat das All in Besitz genommen. Seine Legionen haben Planeten erobert, fremde Völker unterworfen und versklavt. Doch im Hades, einem Schwarzen Loch am Rande des Mare Nostrum, lauern dämonische Kreaturen, die nur darauf warten, Rom für immer von der Sternenkarte zu löschen. Und auch auf dem Planeten selbst brodelt es.


Buchdetails
Werbung nach TMG
Bastei Lübbe | eBook ISBN: 978-3-7325-5635-9 + Taschenbuch ISBN: 978-3-404-20914-9 632 Seiten | Einzelband | 27. Juli 2018

Meinung
Judith Vogt gehört in der Zwischenzeit zu den Autorinnen die ich sofort kaufe. Aber bei Roma Nova macht auch der der Klappentext sehr neugierig, Römer im Weltall! Das klingt so spannend, da kann ich nicht vorbeigehen.

In dieser Version von Rom ist Rom nicht nur ein Land, nein gleich ein ganzer Planet. Und sie haben das All und andere Planeten erobert und unterworfen. Am Anfang ist es gar nicht so leicht sich das Vorzustellen aber wenn man erstmal angekommen ist ist diese Welt einfach wunderbar spannend. Es gibt sehr viele schöne Details und die futuristische Technik und die römische Kultur sind spannend gemischt.
Gleich am Anfang gibt es ein sehr hilfreiches Glossar, vor allem wenn man kein Latein kann ist es sehr schön das die unterschiedlichen Begriffe gleich erklärt werden.

Die Geschichte startet auf einem Raumschiff und führt den Leser dann nach Rom. In die Bereiche der reichen und auch in die Tiefen der Städte und in dunkle Ecken. Es gibt blutige Gladiatorenkämpfe die durch moderne Waffen gleich noch viel abgedrehter und spannender werden. Und wie es sich für Rom gehört auch viele Intrigen und politische Machtspiele. Und nicht nur der Planet ist spannend. Die Charaktere sind es auch. Viele sind etwas undurchsichtig oder versuchen sich einfach durchzuschlagen und zu überleben.

Als Leser begleitet man einige Charaktere durch das Buch, allen voran Constantia eine Tochter aus reichem Haus und Ianos einen Sklaven. Ich mochte vor allem welche Entwicklung Constantia im Laufe der Geschichte durchmacht. Zuviel zu den beiden kann ich allerdings auch nicht verraten, das würde zu viel Spannung nehmen. Die anderen Charaktere machen auch einiges durch und manche entwickeln sich sehr klasse. Manches Verhalten lässt sich aber auch nicht unbedingt nachvollziehen. Die Beziehungen und Verstrickungen der verschiedenen Charaktere sind nicht immer gleich durchschaubar und da viele sehr ähnliche Namen haben auch nicht leich im Kopf zu behalten. Aber auch hier gibt es eine kleine Hilfe, ein Personenverzeichnis am Ende des Buches.
Die Empfehlung "ab 16" die vom Verlag empfohlen wird passt sehr. Es fließt sehr viel Blut und es gibt einige brutale Szenen. Auch erotische Momente gibt es einige.

"Roma Nova" hat mir sehr gut gefallen. Die Mischung aus dem alten Rom und Science-Fiction ist klasse. Die Geschichte spannend und undurchschaubar.

26 August 2018

Raiko Oldenettel - Die Leichenzeichnerin




Klappentext
Ein verschwiegenes Dorf. Eine geheime Obsession. Ein Mord, der alte Wunden aufreißt …
Minna Dahl besitzt ein düsteres Geheimnis: Sie zeichnet leidenschaftlich gern Verstorbene. Als man sie im Sommer 1919 dabei ertappt, wird die junge Krankenschwester zur Strafe versetzt. In Mühldorf am Breitbach soll sie sich fortan Kriegsversehrten widmen. Doch ein plötzlicher Todesfall schreckt die Talbewohner auf und Minna kann der Versuchung nicht widerstehen: Sie verschafft sich Zugang zur Leiche und bannt den Schrecken auf Papier. Zu spät erkennt sie, dass ihre Zeichnungen das Tor in eine grausame Vergangenheit aufgestoßen haben.


digital publishers | eBook ISBN: 9783960873907 + (Taschenbuch) 260 Seiten | Einzelband | 17. Juli 2018
Meinung
Das Buch war schon fast ein Blindkauf. Ich mag die Science-Fiction Bücher von Raiko Oldenettel und das ich sein neues Buch haben wollte war eigentlich klar. Der Klappentext klang auch sehr spannend. Also habe ich das Buch sofort gekauft. Durch Zeitmangel kam ich aber erst jetzt zum lesen und habe dann gleich an der Leserunde teilgenommen.

Los geht es gleich mitten in der Geschichte, man lernt Minna und ihr Hobby kennen. Der Einstieg ist sehr spannend und ein bisschen gruselig. Die ganze Geschichte hat insgesamt eine sehr düstere Atmosphäre, was mir sehr gefallen hat. Jeder hat so seine Geheimnisse und die Bevölkerung ist noch vom ersten Weltkrieg traumatisiert. Politische Gegebenheiten spielen hier aber keine große Rolle, jeder im Dorf hat seinen eigenen Probleme und alle versuchen irgendwie zu einem normalen Leben zu finden.

Kurz nachdem Minna aus Berlin in das kleine abgelegene Dorf irgendwo im nirgendwo kommt wird auch schon die erste Leiche gefunden und Minna ist mitten drin in einem Mordfall. Und bald beteiligt sie sich auch an den Ermittlungen. Die Leichenzeichnerin ist ein sehr untypischer Krimi, es gibt Morde und Ermittlungen aber keine Polizei oder einen Detektiv. Die Dorfbewohner wollen irgendwie alleine mit der Situation klar kommen. Allgemein ist das Buch mehr historischer Roman als Krimi. Die Geschichte spitzt sich immer weiter zu bis zu einem spannenden Finale bei dem leider nicht alle offenen Enden ganz geklärt werden. Es ist zwar alles abgeschlossen aber das Ende bietet auch noch Platz für mehr.

Minna war sehr interessant. Sie ist eine Künstlerin und geht auch sehr weit dafür ihre Motive zeichnen zu können. Es ist fast schon ein Obsession. Und um ihr Leben bestreiten zu können braucht sie auch einen Job, sie ist Krankenschwester. Eine sehr gute Krankenschwester die aber eben gerne Künstlerin wäre. Es gibt auch einige Charaktere aber viele bleiben eher Schatten.
Schön war auch das sich zarte Freundschaften zwischen Minna und ihrem Patienten und anderen Dorfbewohnern entwickeln aber keine Liebesgeschichte.

Ein spannender und düsterer historischer Roman mit Krimielementen.

17 August 2018

Bernhard Hennen, Robert Corvus - Himmelsturm




Klappentext
Sagen und Mythen ranken sich um die legendäre Rivalität zwischen Asleif Phileasson, den sie nur den Foggwolf nennen, und Beorn dem Blender. Nun soll eine Wettfahrt entscheiden, wer von beiden der größte Seefahrer aller Zeiten ist und sich König der Meere nennen darf. In achtzig Wochen müssen die beiden Krieger den Kontinent Aventurien umrunden und sich dabei zwölf riskanten Abenteuern stellen. Abenteuern, die nur die abgebrühtesten Helden zu bestehen vermögen. Es ist der Beginn des größten und gefährlichsten Wettlaufs aller Zeiten ...


Heyne | eBook + Taschenbuch 480 Seiten | Die Phileasson-Saga #2 | 08. August 2016
Meinung
Im zweiten Band der Reihe müssen die beiden Schiffsgemeinschaften auch die zweite Aufgabe bestehen. Es gilt die Geheimnisse des Himmelsturms zu ergründen. Los geht die Geschichte aber erst einmal wieder mit einem Prolog der neue Charaktere vorstellt und auch neugierig macht was denn diese Personen nun mit dem Abenteuer zu tun haben.

Die Geschichte ist sehr spannend und trotz der eigentlich recht wenigen Handlung, konnte ich nicht aufhören zu lesen. Hier merkt man deutlich die Vorlage, eine Rollenspielkampagne. Die Gruppen erreichen den Turm und gehen von Raum zu Raum um dort auf Schätze oder Gegner zu stoßen. Es wird wirklich alles erkundet. Ich mochte es sehr und es war, wie schon gesagt, alles sehr spannend beschrieben. Und auch alles sehr plastisch, einmal angefangen ist man zusammen mit den Mannschaften sofort im Turm, man spürt fast die Umgebungstemperaturen. Der Turm ist klasse und birgt die ein oder andere Überraschung. Und auch erstaunliche viele unterschiedliche Räume, keiner gleicht dem anderen. Der Turm ist aber auch der große Knackpunkt des Buches und deshalb würde ich es auch nicht jedem uneingeschränkt empfehlen. Es ist ein Dungeonabenteuer und darauf muss man sich einlassen.
Das Ende ist sehr gelungen, die Aufgabe ist zwar abgeschlossen und damit der Band eigentlich auch aber dann kommt im Epilog noch ein kleiner, echt fieser, Hinweis der vieles ändert.

Im "Himmelsturm" haben Beorn und seine Recken leider sehr wenige Auftritte. Die meiste Zeit verbringt man bei Phileasson und seiner Mannschaft, was ich selbst sehr schade fand. Beorn ist interessant und seine Mannschaft würde ich echt gerne mal besser kennen lernen. Leider bleiben auch die Charaktere um Phileasson etwas blass. Man erfährt ein bisschen mehr über sie aber so wirklich tiefe entwickeln die meisten leider noch nicht. (Ich würde sehr gerne mehr über Irulla erfahren, sie ist einfach so mega interessant und cool...)

Ein spannender zweiter Teil und ich freue mich auf Band 3. Die nächste Aufgabe kennen die Recken noch nicht, die Leser eventuell auch nicht. (Natürlich kennt man die dritte Aufgabe schon wenn man die Kampagne gespielt hat oder eben google fragt. Für mich wird es eine Überraschung)

Die Reihe
Die Phileasson-Saga
1. Nordwärts
2. Der Himmelsturm
3. Die Wölfin
4: Silberflamme
5: Schlangengrab
6: Totenmeer
7: Rosentempel
8-12 in Arbeit