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31 Januar 2020

27 August 2019

Jay Kristoff - Kinslayer




Inhalt
Band 2 einer Reihe. Spoiler zu Band 1 in der Inhaltsangabe!
Das Imperium Shima steht ohne Herrscher da, er wurde ermordet und somit ist die Gefahr für einen Bürgerkrieg enorm gestiegen. Vor allem nachdem das Volk nun auch weiß wie Inochi, der Dünger für den Blutlotus gewonnen wird. Die Lotusgilde hat schon einen Nachfolger im Blick, doch das wollen die Rebellen verhindern. Yukiko und Buruu kämpfen derweil nicht nur darum einen Weg zu finden die Hochzeit des neuen Shogun zu verhindern. Yukiko muss auch mit ihrere Wut klarkommen und lernen ihre Kraft zu beherrschen. Und eine weitere Kraft plant einen Angriff auf Shima um das Imperium endgültig von der Landkarte zu tilgen.


Tor | eBook + Taschenbuch 642 Seiten | The Lotus Wars #2 | September 2013 | keine deutsche Übersetzung bekannt |
Sprachschwierigkeit: 3

Meinung
Nachdem Band 1 "Stormdancer" mich ja eher wütend gemacht hat hatte Band 2 schon einen schweren Start. Und ich hatte die große Hoffnung dass es besser wird als der wirklich misslungene Starte der Reihe.

Yoa, dann fang ich mal an mit meiner Meinung. Zuerst: -sama und hai wurden nicht mehr ganz so falsch verwendet. Vor allem "hai" kommt noch manchmal an unpassenden Stellen, aber es steht zumindest nicht mehr mitten in einem Satz. Oder als Ersatz für "ne".
Dafür werden sonstige japanische Begriffe immernoch immer mal wieder eingeworfen, damit die Leser.innen auch ja nicht vergessen dass wir uns gerade in einem tollen exotischen Setting befinden, es war nervig. Und ich habe noch einen neuen "Worst sentence ever" gefunden: "Jurou’s grin was all Kitsune-in-the-henhouse, aimed squarely at Hana..." (Kinslayer, Seite 145). Das ist so bescheuert, da fällt mir einfach nix mehr zu ein. WARUM MUSS SO EIN MIST DENN SEIN??

Yukiko ist in Kinslayer so unfassbar stark. Sie hat quasi schon Superkräfte und kann nicht nur mit Tieren sprechen, sie hört einfach alles und jeden. Und weil es sie unfassbar fertig macht macht sie sich auf die Suche nach jemanden der ihr helfen kann ihr Kräfte zu kontrollieren. Und ihre Reise durch Shima und darüber hinaus war sehr spannend. Und hat auch dazu geführt dass endlich auch mal die Gajins auftauchen, und sie sind an Russen angelehnt. Jap, auch mit der vollen Ladung Klischees. Aber ich hoffe dass sie in Band 3 noch eine Rolle spielen und nicht einfach nur da waren damit Yukiko eine sehr krasse und düstere Reise macht und endlich hinter das Geheimnis ihrer Superkräfte kommt.

Die Geschichte von Yukiko ist spannend. Aber auch schwer zu verfolgen weil es noch soviel andere Handlungsstränge gibt. Kin, Kaori, Michi und neu dazu kommt Hana.  Alles führt dann aber doch zu einem großen Finale. Und ja während dem Lesen hatte ich schon ab und an das Gefühl das nicht alles so gut klappen wird. Aber das Ende war dann wirklich krass. Und ich bin echt gespannt wie das noch weitergehen soll.
Über Buruu gibt es wenige Fetzen neuer Infos, über seine Vergangenheit. Und auch über den Ort wo sich die letzten Arashitora aufhalten. Aber das passiert alles so nebenher und ich hoffe das wird noch aufgelöst.

Die Erzählweise von Kristoff ist wieder sehr blumig und ausschweifend. Es gibt viele Details und Wiederholungen. Aber die Welt ist dadurch auch sehr plastisch.

Was mir noch sehr negaiv aufgefallen ist ist leider die teilweise extrem nervende und übetreieben sexualisierung der weiblichen Charaktere. Und der Male Gaze. Wirklich nervig. Da findet sich Aisha, sie hat gerade so die Attacke ihres Bruder überlebt, liegt in einem Krankenhausbett. Sie ist übersäht mit blauen Flecken. Aber immernoch hübsch. Wunderbar, es ist ja auch total wichtig wie hübsch sie ist? Und solche Stellen gibt es öfter. Ich habe jetzt aber nicht die Motivation die ganzen Textstellen zu zitieren.

So, ab hier wird es ein paar Spoiler geben. Wer Kinslayer ohne Spoiler lesen möchte einfach weiterspringen.


Was mich echt richtig angenervt hat: Yukiko hat Superkräfte weil sie schwanger ist!. Und sie merkt es erst als eine weibliche Arashitora ihr hilft weil sie ist ja schwanger. Und by the way hilft die weibliche Arashitora Yukiko auch nur weil sie die Babys beschützen will. Frauen machen das wohl so. WTF?

Als neuen Charakter gibt es Hana. Was ich von ihr halten soll weiß ich echt nicht. Sie hat sich den Rebellen angeschlossen und durch sie erhält man einen tollen Einblick in den Palast und auch nach Kigen wo ja ziemlich das Chaos herrscht. Aber ihre tragische Vergangenheit war einfach too much. Und dann war da ja noch ihr Bruder Yoshi, auch eine tragische Vergangenheit und eine tragische Geschichte die irgendwie so gar nichts zum Rest beigetragen hat. Außer dass er und sein Freund Jurou dass einzige homosexuelle Pärchen sind. Nur damit Jurou dann auf brutale weiße stirbt weil die beiden sich dummerweise mit der Yakuza angelegt haben.

Kinslayer war etwas besser als Stormdancer. Und vor allem ist es immer noch die Geschichte die so spannend ist dass ich auch noch den Finalen Band lesen werde.

Was mich an meiner Ausgabe übringens auch nervt, und ja ich habe Versucht das nicht in die Bewertung einfliesen zu lassen, ist das Cover. Es gibt Ausgaben da ist nur die Frau drauf, soll wohl Yukiko sein. Bei meiner Ausgabe sind noch wunderbare asiatische Gebäude drauf. Rechts japanische Häuser im Hintergrund. Das links sieht aber einfach so nach Hindutempeln aus. Irgendwie hat es mich sofort an Prambanan erinnert. Und ehrlich wenn das die Vorlage war dann nervt es mich noch mehr weil ja eh schon soviele Fehler in den Büchern waren.

Folter, Mord, (angedeutete) Vergewaltigung, explizite Gewalt gegen Tiere und Menschen

Die Reihe
The Lotus Wars
0.6:The Last Stormdancer
1: Stormdancer
2: Kinslayer
3: Endsinger

By the way: Ich habe die überarbeiteteUK Ausgabe gelesen. Eine Übersicht über alle Ausgaben gibts bei Goodreads.

19 August 2019

Jay Kristoff - Stormdancer




Inhalt
Shima ist ein Imperium, das von einem Shogun regiert wird, der in seiner eigenen Welt lebt und grausam sowie machthungrig ist.
Das Imperium steht aber kurz vor dem Kollaps. Luft, Wasser und Land sind verpestet durch den Blood Lotus der zu Herstellung von Treibstoff überall angepflanzt wird. Die meisten Tiere sind ausgerottet, die Menschen krank. Die Lotusgilde überwacht die Herstellung und ist nach dem Shogun die größte Macht die alle Geschicke des Imperiums leitet
Dann macht das Gerücht die Runde das ein Sturmgreif gesichtet wurde, eine mythische Kreatur von der man dachte sie sei ausgestorben.
Yukiko und ihr Vater, der „Schwarze Fuchs“ und oberster Jäger von Shima werden ausgeschickt den Greif zu fangen und zum Shogun zu bringen, versagen wird mit dem tot bestraft. Doch wie jagt man ein ausgestorbenes Tier in einer sterbenden Welt?

Pan MacMillian | eBook + Taschenbuch 451 Seiten | The Lotus Wars #1 | 01. September 2012 | keine deutsche Übersetzung bekannt |
Sprachschwierigkeit: 3

Meinung
Nachdem ich endlich auch mal mit Band 2 "Kinslayer" angefangen hatte, und trotz dem sehr coolen Personenverzeichnis irgendwie nicht mehr so recht wusste was in Stormdancer alles passiert ist, habe ich Stormdancer nochmal gelesen. Ich hatte z.B. völlig vergessen wie Yukiko und Buruu sich wirklich treffen und dann kann ich einfach noch nicht Band 2 lesen.

Und leider hat sich das Buch auch beim zweiten Lesen nicht so sehr verbessert, mir ist eher noch mehr aufgefallen und ich war noch genervter, deshalb muss ich einfach meine Meinung nochmal neu schreiben.

Zum Positiven, damit soll man ja anfangen: Die Geschichte an sich ist, vor allem gegen Ende, spannend und voller Wendungen. Und der Start ist auch gelungen. Sehr spannender Einstieg mit dem Kampf gegen den Oni. Und die Luftschiffe sowie manche technischen Gerätschaften sind schon echt interessant. Ich mochte die Exoskelette der Lotusgilde. Und die Outfits der Samurai stelle ich mir auch sehr cool vor. (Wobei, ehrlich Samurai sehen so schon verdammt cool aus, da braucht man eigentlich kein Steampunk Schnick-Schnack).

Den Stil von Kristoff mag ich auch. Ja er ist ausschweifend und detailverliebt. Und manchmal beschreibt er auch etwas innerhalb von einer Seite zwei oder dreimal mit anderen Worten. Aber es macht die Welt irgendwie lebendinger.

Nach dem Kampf lernt man dann Yukiko und ihren Vater kennen und es gibt erstmal Infodump, eine kleine Stadtführung mit sehr sehr vielen Infos. Und es wird schwer sich zurecht zu finden, es sei denn man kennt sich schon ein bisschen aus mit japanischer Mythologie und Sprache. Aber dann ärgert man sich eigentlich nur noch mehr, muss aber wahrscheinlich nicht so oft ins Glossar schauen oder Google fragen,
Ich habe viel zu kritisieren gefunden. Und ich bin keine Japanerin und habe auch kein Japanologie studiert und trotzdem sind mir soviele Patzer aufgefallen.
Jay Kristoff nimmt alles absolut nicht genau. Ja Shima ist eine Fantasywelt die an Japan angelehnt ist. Aber wenn die Charaktere "japanisch" Sprechen, die Mythologie übernommen ist und selbst die Karte verdammt nach Japan aussieht, dann sollte doch zumindest die Recherche stimmen bevor man das Buch raushaut. Oder man macht alles ganz neu und eigen. Aber einfach schlecht Teile der Kultur übernehmen und mit Fantasy mixen gibt einfach so Chaos.
By the way: Shima kann auch mit Insel übersetzt werden. Kreativer Name oder? Shima-Island. Insel-Insel, really? Und ja so sind viele Namen vergeben worden, einfach mal versucht das japanische Wort dafür zu nehmen, klingt fancy und exotisch. Und fällt den meisten auch nicht auf. Aber wenn man es weiß macht es das Buch noch anstrengender.

Die oft extrem falsche Nutzung von "-sama" und "hai" hat mich jetzt noch mehr genervt. Sama ist ein Suffix das hinter einem Namen kommt. Kein alleinstehender Titel! "Goodnight, young sama" (95) ist so ein Beispiel, da werd ich echt sauer. Und es wird sogar im Glossar richtig erklärt! Und "hai" bedeutet nicht einfach nur "ja" und ersetzt auch nicht einfach ein "yes". Wird aber im Buch oft als ja verwendet und es nervt so unfassbar. Aber ich hab im Buch auch den schlechtesten Satz ever gefunden: "Sama, please. Enough for one day, hai?" (Stormdancer, Seite 20). Soviele Fehler auf einmal, das hat bis jetzt noch keiner getoppt. Wobei der Satz "It's not blood, it's only chi" (Seite 180)  auch ein heißer Kandidat für den Titel ist. "Its only chi!", come on really? Chi bedeutet Blut. "Es ist kein Blut, nur Blut (in einer anderen Sprache)!" What? WAS SOLL DAS? 

Hab ich schon das "aiya" das ab und an (ok,oft) vorkommt erwähnt? Lange habe ich gebraucht um zu verstehen was Jay Kristoff damit meint. Wahrscheinlich sowas wie "ach echt?" oder "aha". Doof nur, dass das Wort aus dem chinesischen kommt und ein Ausdruck für ein erstaunliches Ereignis ist.

Und wenn die Welt nur von Japan inspiriert ist, warum zum Teufel sprechen die Charaktere dann soviel japanisch und das auch noch falsch? Können sie sich nicht einfach Unterhalten ohne das ständig japanische Wörter eingestreut werden? Warum gibt es auch Stellen bei denen die Charaktere selbst die japanischen Begriffe anderen erklären?

Die Tierwelt habe ich auch schon bei meiner ersten Rezension erwähnt. Ausgerechnet Pandas als Beispiel für die schreckliche Umweltzerstörung in einer von Japan inspirierten Fantasywelt. Pandas, die in China leben. *Kopf-Tisch*
Nagarajas aus der indischen Mythologie entnommen. Aber hey, Japan, China, Indien ist doch egal alles irgendwo in Asien, immerhin stimmt der Kontinent?

Und dann gibt es noch den Punkt mit der Kleidung. Können wir mal festhalten dass sehr viel einfach falsch ist oder total durcheinander?

"Stormdancer" ist ein Buch für typische westliche Leser von einem weißen Autor der gerne Anime schaut (aber nicht aufpasst wenn es um Japan geht). Leider muss man das so hart sagen. Es ist voller Klischees, Romantisierung und Fehlern. Ich höre euch schon rufen "Aber es ist Fantasy!" und ja das ist es auch. Aber dann hätte einfach nicht damit geworben werden dürfen das es auf Japan basiert. Oder einfach die Sprache weglassen und eine Fantasiesprache erfinden und alles andere auch anders sein sollen. Aber Japan ist halt cool und unverbraucht.
Und traurigerweise zeigen auch einige Interviews zur Zeit als das Buch rauskam genau dass: Jay Kristoff hat das japanische Setting genommen weil es noch selten in der Fantasy ist. Und weil "chainsaw katanas" cool sind. Und seine Hauptquelle war Wikipedia. Kann man bitte noch respektloser eine Kultur in sein Buch verbasteln?

Das Liebesdreieck passt leider so gar nicht und wirkt allgemein einfach erzwungen. YA-Bücher brauchen halt ein Liebesdreieck! Yukiko sieht die meer-grünen (!) Augen von einem Typen und tadaaa: Insta-Love. Die grünen Augen sind mir auch erst jetzt wirklich störend aufgefallen.

Ich werde trotzdem weiterlesen. Einfach weil ich die Story doch was hat und ich wissen will was noch passiert. (Und ich die Bücher schon habe)
Und vielleicht kann man Stormdancer auch bald als meine absolute Hassliebe betiteln? (Oder ich werde die Bücher einfach verschenken wenn ich alle drei gelesen habe, mal sehen was noch kommt?). Oder es passiert doch noch ein Wunder und Band 2 "Kinslayer" wird besser in vielen Punkten?

Zum japanischen habe ich noch eine sehr ausführliche englische Review bei goodreads gefunden.


Die Reihe
The Lotus Wars
0.6:The Last Stormdancer
1: Stormdancer
2: Kinslayer
3: Endsinger

By the way: Ich habe die UK Ausgabe gelesen. Eine Übersicht über alle Ausgaben gibts bei Goodreads.

24 Mai 2019

Kaufman & Kristoff - Illuminae




Klappentext
Heute Morgen noch dachte Kady, das Schlimmste, was ihr bevorsteht, ist die Trennung von ihrem Freund Ezra. Am Nachmittag dann wird ihr Planet angegriffen. Kady und Ezra verlieren sich bei der Flucht und gelangen auf unterschiedliche Raumschiffe. Doch die Fliehenden werden immer noch von dem feindlichen Kampfschiff verfolgt. Und damit nicht genug: Ein Virus, freigesetzt bei dem Angriff mit biochemischen Waffen, mutiert mit grauenhaften Folgen. Und dann ist da noch AIDAN, die Künstliche Intelligenz der Flotte, die von Raumtemperatur über Antrieb bis Nuklearwaffen alles an Bord steuert. Leider nur ist AIDAN bei dem Angriff außer Kontrolle geraten und übernimmt nun das Kommando. (Quelle: Verlagsseite)


Buchdetails
dtv Verlaf | ebook + Taschenbuch 608 Seiten | Illuminae, Übersetzt von: Katharina Orgaß und Gerald Jung | Die Illuminae-Akten_01 | 13. Oktober 2017 | ab 14 

Meinung
Science-fiction lese ich sehr gerne und Bücher von Jay Kristoff muss ich sowieso haben. Illuminae war dann auch mehr oder weniger ein Pflichtkauf, es stand aber lange im Regal weil der Hype echt riesig ist und mich Hypes zur Zeit eher abschrecken. Und ja die Erwartungen an ein Hypebuch sind auch sehr sehr groß, deshalb wollte ich mit dem Lesen etwas warten. (Hatte auch was, jetzt kann ich dann immerhin auch Band 2 lesen und hoffen das Band 3 doch noch bald auf deutsch erscheint)

Illuminae besticht vor allem sofort durch seine Aufmachung und die Erzählweise. Hier gibt es keine Protagonisten die erzählen, auch keinen allwissenden Erzähler. Die ganze Buch ist eine Akte die aus einer Sammlung von unterschiedlichen Dokumenten wie Verhörprotokolle, Lagepläne, Chatverläufe  und anderem besteht. Es gibt immer wieder Anmerkungen der Person die die Akte zusammengestellt hat um Zusammenhänge deutlicher zu machen oder auf kleine Details wie Zeitstempel nochmal hinzuweisen.

Leider ist die Geschichte an sich wirklich nicht so einfallsreich und vieles blieb mir viel zu Oberflächlich. Aber trotzdem ist Illuminae wirklich spannend. Vor allem durch die spielereien mit der Schrift und den Akten entsteht ein sehr gutes Bild im Kopf. Nach den ersten 100 Seiten war ich noch etwas enttäuscht weil vor allem die Charaktere so kindisch wirkten. Aber dann wird es sehr spannend und das Ende war auch sehr gelungen (wenn auch etwas übertrieben). Durch die Aufmachung stellt sich auch schnell Kopfkino ein und fast kommt man sich vor wie im Film.

Kady ist ein typischer Teenager und hat Stress mit ihrem Freund, weil beide sich gerne streiten und Vorwürfe machen anstatt miteinander zu reden. Auf der Hypatia ist sie sehr mürrisch und anstrengend, was aber auch wieder wirklich passt. Ihr Heimatplanet wurde angegriffen, fast alle sind tot. Ihre Eltern verschollen und sie hat nichts und niemanden zum reden. Ebenso ist es mit Ezra, der auf dem anderen Schiff ist und zu einer Militärausbildung gezwungen wird. Aber sonst sind die Beiden irgendwie nur nervige Teenies die jedes Klischee der verliebten Teenies erfüllen. Kady soll eine Bad-Ass Heldin sein, ist sie auch sie kann einiges. Aber manchmal wirkte sie dadurch auch einfach nicht menschlich.

Die Lage auf den Schiffen ist angespannt und gut dargestellt, soviele Menschen zusammen auf einem Schiff mitten im Nirgendwo. Es ist erstaunlich wie wenig eigentlich schief läuft.

Ein spannendes und interessantes Abenteuer das aber vor allem durch die Aufmachung besticht.

Die Reihe
Illuminae Akten
1: Illuminae
2: Gemina
3: Obsidio (noch kein Datum für die Übersetzung bekannt)
Weiter Rezenionen:
Book Walk
Miss Foxy Reads

03 Juni 2018

Jay Kristoff - Nevernight. Das Spiel





Klappentext
Band 2 einer Reihe, Spoiler zu Band 1! Die epische Rachegeschichte geht weiter. Nachdem Mia einen der Männer umgebracht hat, die für die Zerstörung ihrer Familie verantwortlich sind, bleiben noch zwei über: Kardinal Duomo und Konsul Scaeva. Beide sind jedoch vor der Öffentlichkeit abgeschirmt und für Mia unerreichbar. Schlimmer noch: Die Rote Kirche selbst scheint Scaeva zu schützen …
Um an ihn heranzukommen, geht Mia ein großes Risiko ein: Sie kehrt der Kirche den Rücken und begibt sich selbst in die Sklaverei, um als Gladiatorin an den Großen Spielen in Gottesgrab teilzunehmen. Mia merkt schnell, dass sie diesmal zu weit gegangen ist, denn auf dem blutigen Sand der Arena gibt es keine Gnade und nur eine Regel: Ruhm und Ehre – oder Tod


Fischer Tor | Hardcover + eBook 704 Seiten | Godsgrave, aus dem Englischen von Kirsten Borchardt | The Nevernight Chronicle #2 | 25. April 2018

Meinung
Band 1 konnte mich ja sehr überzeugen und ich hab Band 2 entgegen gefiebert. Meine Erwartungen waren echt hoch. Ich hab Band 2 regelrecht inhaliert, es ist ein langes Buch aber ich habe es an nur zwei Tagen gelesen. Es war also echt gut. Aber die Rezension ist mir irgendwie sehr schwer gefallen. Ich habe Wochen dafür gebraucht einen halbwegs anständigen Text zu verfassen und es trotzdem nicht geschafft alle meine Gedanken und Gefühle beim lesen sinnvoll zu Papier zu bringen. Los geht es mit meiner Meinung:

Los geht es in der Wüste, mit einer noch unbekannten Protagonistin und einfach so mitten drin. Dann taucht erst Mia auf und wie sie in die aktuelle Situation kommt weiß man noch nicht so. Das wird durch Rückblenden erst nach und nach erzählt.

Es hat sich doch einiges geändert im Vergleich zu Band 1. Es gibt irgendwie weniger Humor und vor allem Mia macht eine Wandlung durch. Sie ist eine blutrünstige und kalte Assassine die fast alles tun würde um ihre Rache umzusetzen. Doch sie behält auch noch eine Portion Menschlichkeit und auch Mitgefühl, das ein Assassine eigentlich nicht haben sollte. Aber grade das macht die Geschichte noch viel spannender. Allerdings hatte ich dieses mal beim Lesen manchmal das Gefühl es geht eigentlich nichts voran. Mia macht sehr sehr kleine Schritte auf ihrem Weg zum Ziel. Aber trotzdem wird es nie langweilig. Jay Kristoff schafft es einfach mich so in die Welt zu versetzen das einfach alles irgendwie interessant wirkt. Wenn sich die Geschichte dann Entwickelt folgt ein Hammer dem nächsten und das Ende macht einfach nur sprachlos.
Man trifft auf Bekannte und viele neue Charaktere die alle ihren Platz haben und ab und an einfach viel zu früh wieder abtreten. Ein Glück bleibt Mister Freundlich immer und erheitert die Leser ab und an mit seinem Sarkasmus.

Erzählt wird die Geschichte wieder von einem auktorialen Erzähler. Allerdings diesesmal mit deutlich weniger Sarkasmus. Und weniger Fußnoten auch wenn es die immer noch gibt. Die Beschreibungen sind wieder sehr bildhaft und teilweise auch echt eklig. Vor allem bei den Kämpfen fliest literweise Blut, es rollen Köpfe und der Erzähler nimmt kein Blatt vor den Mund um alles zu beschreiben. Ab und an wirkte aber auch alles einfach sehr übertrieben. Die Kämpfe und die Fähigkeiten der Gegner und ja, teilweise auch Mias Fähigkeiten.

Band 2 ist etwas anders aber sehr gelungen, wenn auch ab und an etwas übertrieben. Die Story entwickelt sich sehr gut und endet mit einem Paukenschlag. Ich bin so gespannt darauf wie alles enden wird!

Die Reihe
Nevernight Chroniken
1: Nevernight. Die Prüfung, Nevernight
2: Nevernight. Das Spiel, Godsgrave
3: Darkdawn (in Arbeit)

03 Oktober 2017

Jay Kristoff - Stormdancer




Inhalt
Shima ist ein Imperium, das von einem Shogun regiert wird, der in seiner eigenen Welt lebt und grausam sowie machthungrig ist.
Das Imperium steht aber kurz vor dem Kollaps. Luft, Wasser und Land sind verpestet durch den Blood Lotus der zu Herstellung von Treibstoff überall angepflanzt wird. Die meisten Tiere sind ausgerottet, die Menschen krank. Die Lotusgilde überwacht die Herstellung und ist nach dem Shogun die größte Macht die alle Geschicke des Imperiums leitet
Dann macht das Gerücht die Runde das ein Sturmgreif gesichtet wurde, eine mythische Kreatur von der man dachte sie sei ausgestorben.
Yukiko und ihr Vater, der „Schwarze Fuchs“ und oberster Jäger von Shima werden ausgeschickt den Greif zu fangen und zum Shogun zu bringen, versagen wird mit dem tot bestraft. Doch wie jagt man ein ausgestorbenes Tier in einer sterbenden Welt?


TOR | eBook + Taschenbuch 451 Seiten | The Lotus Wars #1 | 01. September 2012 | keine deutsche Übersetzung bekannt |
Sprachschwierigkeit: 3

Meinung
Eine Fantasywelt die auf Japan basiert, japanische Mythologie und Steampunk-Elemente. Mehr musste ich zu diesem Buch nicht wissen um es lesen zu wollen.
Nachdem es nun einige Zeit auf meinem SuB lag hab ich es auch endlich davon befreit und gelesen. Ich hatte hohe Erwartungen, vor allem weil man wirklich viel Gutes vom Buch hört.

Wenn man nicht ein bisschen Ahnung von japanischer Mythologie und vor allem von alter japanischer Mode hat, könnte man am Anfang etwas erschlagen werden von den vielen unbekannten Bezeichnungen. Vieles wird zwar erklärt und es gibt am Ende ein Glossar mit allen wichtigen Begriffen und Göttern, aber das zurechtfinden könnte am Anfang schwierig werden. Man landet direkt in einem Kampf zwischen Mensch und Oni.

Nach den ersten Seiten war ich schockverliebt. Ich hätte fast ein neues Lieblingsbuch gehabt (Jay Kristoff kann das wirklich!) Die Geschichte hat Spaß gemacht und mich sehr gut unterhalten. Spannend, actionreich und gut durchdacht. Man kann mitfiebern. Es passiert fast nichts das man vorhersehen kann und es gibt Plot-Twists, ja nicht nur einen. Nur die obligatorische YA-Lovestory war seltsam. Da sieht Yukiko die Augen eines Typen und tadaaahhh: Insta-Love. Aber immerhin gibt es die ein oder andere Stelle bei der sie selbst die Sache mit Sarkasmus nimmt. Und dann kommt am Ende der große Showdown, zum mitfiebern und luftanhalten.

Die Charaktere waren super. Yukiko macht eine tolle Entwicklung durch und die Bindung zu Buruu wird echt glaubhaft und gut umgesetzt. Auch ihre Beziehung zu den anderen Charakteren ist toll, entwickelt sich und ändert sich.
Bis auf Hiro, einen Samurai, waren auch alle Charakter gut umgesetzt. Hiro bleibt leider etwas blass und er war gefühlt nur da um die Geschichte voranzubringen.

Als Leser begleitet man abwechselnd Yukiko, den Shogun und ab und an kurz noch andere Charaktere. Die Wechsel der Perspektive werden durch einen Absatz gekennzeichnet.

Ich mochte die Welt, vor allem am Anfang. Aber nach und nach gab es immer wieder Details die mich gestört haben weil sie einfach unstimmig waren.
Am Start wird sehr viel erklärt und die Welt gezeigt. Ich mochte es sehr, man erhält eine Führung durch die Welt und erst nach und nach geht die Geschichte lost. Wer wert auf viele Details legt kommt hier voll auf seine Kosten.

Einige Kritikpunkte zum Worldbuilding: Die Welt basiert auf Japan. Die japanische Mythologie wurde quasi komplett übernommen und ein bisschen ausgeschmückt, vieles davon hat Jay Kristoff auch gut umgesetzt, zumindest für westliche Leser. Leider wirkte alles ab und an unfertig. Man nehme ein romantisiertes feudales Japan, benennt es um, werfe ein paar Steampunkelemente dazu, rührt um, fertig ist die Welt von Stromdancer. Eingentlich kein Problem, aber dann sollten die Details stimmen. Wenn es um die Sprache geht waren einige Patzer drin (und ja, die sind mir aufgefallen obwohl ich weit davon entfernt bin gut japanisch zu sprechen). Die Nutzung von "hai" und "sama" war seltsam. Vor allem "sama", das ist ein Suffix, es kommt nach einem Namen oder Titel um die Person sehr respektvoll anzusprechen. Ja, soviel hab ich schon gelernt, das ist quasi das erste das man lernt. Und hier steht "sama" teilweise allein, als Titel. Sehr seltsam. Lustigerweise wird es im Glossar richtig erklärt aber im Buch falsch umgesetzt.
Und dann gibt es Stellen, da bekommt Yukiko einen japanischen Titel, und dann muss sie erklären was das bedeutet?! Ich dachte die sprechen da alles japanisch? Ich war verwirrt.

Und noch mehr Details die mir aufgefallen sind und die mich gestört haben. Pandas dienen als Beispiel für die schreckliche Umweltzertörung die duch den Blutlotus entsteht. Sie wurden in Shima ausgerottet. Seit wann sind Pandas in Japan überhaupt heimisch? Wie kann man denn eine nicht heimische Tierart im Land ausrotten? Wenn mir glaubhaft eine Fantasywelt vorgestellt worden wäre in der es Pandas mal gab dann wäre das nicht so schlimm gewesen. Aber so, so ganz ohne sinnige Erklärung? Auch Tiger kommen als Beispiel vor. Die letzten wohnen im Garten des Palastes. Warum kann man da nicht andere Tiere nehmen? Und dann taucht noch eine mythische Figur namens Nagaraja auf. Das ist eine Figur aus der indischen Mythologie! (Ich hab Google gefragt weil mir der Name absolut unbekannt war...). Warum? Nur weil es etwas in Asien gibt ist es nicht sofort japanisch. Es gibt dasehr viele unterschiedliche Kulturen. Es scheint so als hätte Herr Kristoff sich Japan als Grundlage ausgesucht, weil es das nicht so oft gibt aber die Recherche war nicht wirklich tief.
Auch das Verhalten der Charaktere kam mir teilweise sehr verwestlicht vor (kann man das so sagen?). Irgendwie hat dieser japanische Touch gefehlt, diese kleinen Eigenheiten.
Trotzdem kann das Buch unterhalten.

Ich schwanke, zwischen 5 und 2 Sternen. 5 sagt der Bauch weil die Geschichte so gut war, das Buch hat Spaß gemacht, ich habe mitgefiebert. 2 sagt der Kopf wegen der vielen kleinen Details die nicht gepasst haben.
Wer sich für dieses Buch interessiert soll sich bitte sein eigenes Bild machen. Die Geschichte macht Spaß und kann gut unterhalten! Nur die Welt ist in meinen Augen nicht perfekt.

Ich will auf jeden Fall wissen wie es weiter geht, Teil 2&3 stehen schon im Regal bereit!

Die Reihe
The Lotus Wars
0.6:The Last Stormdancer
1: Stormdancer
2: Kinslayer
3: Endsinger

By the way: Ich habe die UK Ausgabe gelesen. Eine Übersicht über alle Ausgaben gibts bei Goodreads.

07 September 2017

Jay Kristoff - Nevernight. Die Prüfung





Klappentext
Sie ist keine Heldin. Sie ist eine Frau, vor der sich Helden fürchten
In einer Welt mit drei Sonnen, in einer Stadt, errichtet auf dem Grab eines toten Gottes, sinnt eine junge Frau, die mit den Schatten sprechen kann, auf Rache.
Als Mia Covere noch ein kleines Mädchen war, haben einige mächtige Männer des Reiches – Francesco Duomo, Justicus Remus und Julius Scaeva – ihren Vater als Verräter an der Itreyanischen Republik hinrichten und ihre Mutter einkerkern lassen. Mia selbst entkam den Häschern nur knapp und wurde unter fremdem Namen vom alten Mercurio großgezogen.
Doch Mercurio, der sich als Antiquitätenhändler ausgibt, ist kein gewöhnlicher Bürger der Republik, er bildet Attentäter für einen Assassinenorden, der den Namen »Rote Kirche« trägt, aus. Und Mia ist auch kein gewöhnliches Kind, sie ist eine Dunkelinn: Seit der Nacht, in der ihre Familie zerstört wurde, wird sie von einer Katze begleitet, die in ihrem Schatten lebt und sich von ihren Ängsten nährt. Mercurio bringt Mia vieles bei, doch um ihre Ausbildung abzuschließen, muss sie sich auf den Weg zur geheimen Enklave der »Roten Kirche« machen, wo sie eine gefährliche Prüfung erwartet …


Buchdetails
Werbung:
Fischer Tor | Hardcover ISBN: 9783596297573 + eBook + Hörbuch; 704 Seiten | Nevernight, aus dem Englischen von Kirsten Borchardt | The Nevernight Chronicle #1 | 24. August 2017


Meinung
Ich hab mich so gefreut dass das Buch übersetzt wird! Es wurde ja schon sehr gehyped und der Klappentext klingt sehr gut. Assassinen? Eine interessante Fantasywelt? Muss ich lesen. Und allein schon die Aufmachung und die Karten im Buch sind sehr wunderbar!

Gleich nach den ersten Seiten wusste ich schon, das mit dem Buch und mir ist was besonderes. Ich habe hoffentlich mein Jahreshighlight gefunden. Und das ist glücklicherweise auch während des Lesens so geblieben!

Die Geschichte an sich ist auch wirklich der Hammer. Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll! Es gibt alles was eine gute Geschichte ausmacht. Viel Spannung, lustige Momente, Momente zum durchatmen und eine Menge Überraschungen. Und zwar Überraschungen mit denen man einfach nicht rechnet und die mich sprachlos zurückgelassen haben. Es gab Momente da wollte ich heulend das Buch in die Ecke pfeffern, dann wollte ich aber doch unbedingt wissen wie es weitergeht!
Meist ist die Geschichte aber sehr düster. Teilweise sehr brutal, blutig und derb. Mia und die anderen Akolythen sind Assassinen in Ausbildung. Alle Mörder und absolut nicht zimperlich.

Mia ist eine so geniale Protagonistin. Teilweise abgebrüht, teilweise nett. Sie hat ihren ganz eigenen Kopf und ist sehr sarkastisch. Vielschichtig, menschlich und doch irgendwie unnahbar. Ich liebe sie!
Auch die anderen Protas sind vielschichtig und teilweise undurchschaubar. Aber man findet schnell seine Lieblinge und auch Charaktere die man hassen kann.

Die Welt die Jay Kristoff erschaffen hat ist genial. Düster und durchdacht. Angelehnt an das alte Rom, mit gelungenen Fantasyelementen. Alleine die Stadt Gottesgrab ist so wunderbar schaurig.
In der Roten Kirche gibt es viele spannende Räume zu entdecken. Auch eine wunderbar seltsame Bibliothek und seltsame Wesen.

Der Schreibstil war ungewohnt aber ich mochte ihn. Das Buch wird von einem, noch unbekannten, Erzähler erzählt der den Leser auch teilweise direkt anspricht. Auch dieser Erzähler (oder ist es eine Erzählerin? Man weiß es nicht) ist teilweise sehr sarkastisch. Vieles wird vor allem am Anfang durch Fußnoten erklärt. Diese muss man nicht lesen um der Geschichte zu folgen, man lernt dadurch aber die Welt und die Geschichte der Welt besser kennen. Jay Kristoff schafft auch neue Worte und vor allem Adjektive um seine Geschichte zu erzählen. Und ich kann mir vorstellen das der Stil des Buches nicht jedem zusagen wird. Ich mag ihn sehr aber ich empfehle sehr erstmal die Leseprobe anzuschauen.

Auch wenn dies der Auftakt einer Reihe ist, darf man am Ende der Geschichte etwas zur Ruhe kommen. Es gibt einen kleinen Abschluss. Viele Fragen sind aber noch offen und ich will wirklich wissen wie es mit Mia weitergeht.

So, ich glaube ich hab genug geschwärmt. Lest das Buch! Mehr bleibt nicht zu sagen. Oder doch: Wann wird Band 2 übersetzt? Und noch viel wichtiger: Warum hat Band 3 noch nicht mal einen Titel oder Releasetermin?
(Edit: In der Zwischenzeit gibt es Band 2 übersetzt und Band 3 wurde mit Cover und Titel angekündigt ;) )

Danke an FischerTor und Lovelybooks für das Rezensionsexemplar!

Die Reihe
Nevernight Chroniken
1: Nevernight. Die Prüfung, Nevernight
2: Nevernight. Das Spiel, Godsgrave
3: Darkdawn

Weitere Rezensionen
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Sternenbrise