19 September 2019

Raphaela Edelbauer - Das flüssige Land





Klappentext
Der Unfalltod ihrer Eltern stellt die Wiener Physikerin Ruth vor ein nahezu unlösbares Paradox. Ihre Eltern haben verfügt, im Ort ihrer Kindheit begraben zu werden, doch Groß-Einland verbirgt sich beharrlich vor den Blicken Fremder. Als Ruth endlich dort eintrifft, macht sie eine erstaunliche Entdeckung. Unter dem Ort erstreckt sich ein riesiger Hohlraum, der das Leben der Bewohner von Groß-Einland auf merkwürdige Weise zu bestimmen scheint. Überall finden sich versteckte Hinweise auf das Loch und seine wechselhafte Historie, doch keiner will darüber sprechen. Nicht einmal, als klar ist, dass die Statik des gesamten Ortes bedroht ist.
Wird das Schweigen von der einflussreichen Gräfin der Gemeinde gesteuert? Und welche Rolle spielt eigentlich Ruths eigene Familiengeschichte? Je stärker sie in die Verwicklungen Groß-Einlands zur Zeit des Nationalsozialismus dringt, desto vehementer bekommt Ruth den Widerstand der Bewohner zu spüren. Doch sie gräbt tiefer und ahnt bald, dass die geheimnisvollen Strukturen im Ort ohne die Geschichte des Loches nicht zu entschlüsseln sind.


Klett Cotta | eBook + Taschenbuch 350 Seiten | Einzelband | 24. August 2019

Meinung
Die Longlist der deutschen Buchpreises schaue ich mir jedes Jahr an, und nehme mir auch jedes Jahr wieder vor einige der Bücher zu lesen. "Das flüssige Land" klang sehr interessant und ist inzwischen auch auf der Shortlist gelandet

Eine Rezension zum Buch zu schreiben finde ich nicht einfach. Mir fehlen die Worte um das was ich gelesen habe zu beschreiben und vieles kann auch nicht ohne große Spoiler besprochen werden. Die Geschichte an sich ist interessant und lässt aber auch viel Raum für Interpretationen. Es wird nichts aufgeklärt aber viele Fragen gestellt.

"Das flüssige Land" ist sehr komplex und voller Details und fordert beim lesen deshalb einiges an Aufmerksamkeit der Leser.innen. Alles ist dabei surreal und nicht wirklich greifbar. Die Zeit verläuft nicht linear und das Raum-Zeit Gefüge scheint in Groß-Einland sehr durcheinander zu sein. Auch die Erzählweise ist sprunghaft und man springt vom jetzt in die Vergangenheit und wieder zurück ohne große Vorwarnung.
Aber gerade dadurch entsteht ein Sog und man will wissen wie es denn nun weitergeht, was passiert ist und ob alles vielleicht doch nur ein Fiebertraum ist?

Die Erzählweise von Edelbauer ist allerdings sehr kafkaesk. Von Kafka bin ich leider gar kein Fan, auch wegen seiner Erzählweise. Raphaela Edelbauer liest sich (leider) wie ein moderner Kafka. Sie schafft es dabei aber trotzdem ihren eigenen Stil mit einzubringen und eine spannende, wenn auch groteske, Geschichte zu erzählen.

Danke an Netgalley und den Klett-Cotta Verlag für das zur Verfügung gestellte Leseexemplar.
 

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