18 August 2020

David Moitet - New Earth Project. Tödliche Hoffnung





Klappentext
Im Jahr 2125 haben sich die Reichen in überdachte Stadtzentren zurückgezogen, wo sie vor Umweltverschmutzung geschützt sind. Die Armen drängen sich in der überfluteten Water-Zone. Von dort stammt Isis. Sie hat es geschafft, einen Platz in der gemischten Schule zu bekommen, in die auch die Kinder der privilegierten Familien gehen – unter anderem Orion, der Sohn des Erfinders des New Earth Projects. Dieses ermöglicht es wöchentlich 1 Million Menschen aus der ganzen Welt, in einem gigantischen Weltraumschiff die Reise zur Neuen Erde anzutreten, wo fruchtbare Felder darauf warten, von den Neuankömmlingen bewirtschaftet zu werden. Trotz der sozialen Unterschiede freunden sich Isis und Orion an. Doch als Isis’ Familie ein Ticket nach Neue Erde gewinnt, entdeckt Orion, dass Neue Erde nicht das ist, was es zu sein vorgibt ...


Buchdetails
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Edel Kids | Hardcover + eBook 307 Seiten | New Earth Project übersetzt von Maren Illinger | Einzelband | 6. August 2020 | ab 12
Meinung
Der Klappentext klang so spannend! Und als ich eine Leserunde dazu bei Lovelybooksgesehen habe habe ich mich beworben. Und hatte dann auch Glück und habe das Buch tatsächlich gewonnen und konnte an der Leserunde teilnehmen.

Naja, das war wohl das positivest das mir zum Buch einfällt. Leider hat mir vieles so gar nicht gefallen. Die Protagonist.innen sind leider einfach sehr platte Klischees. Der Freund der heimlich in die Prota verliebt ist, die arrogante verwöhnte Göre und so weiter.
Isis mochte ich noch, sie hatte etwas Profil und Charakter.

Die Geschichte an sich war sehr interessant aber die leider Umsetzung nicht. Alles geht echt sehr schnell und nichts wird reflektiert. Und irgendwie wirkte vieles undurchdacht und manches war auch einfach keine Überraschung wenn man ganz kurz nachdenkt. Schade.
Isis und Orion bekommen nie wirkliche Probleme, alles löst sich sehr schnell auf und es geht immer gut aus. Vor allem Orion wirkt irgendwie sehr naiv und er hat es echt leicht die Welt zu retten. Ich weiß dass es sich hier um ein Jugendbuch handelt und ab 12 empfohlen wird. Aber auch Jugendlichen traue ich durchaus zu kreative Lösungen für Probleme zu finden. Schade dass Orion das nie wirklich muss.

Mich hat am Anfang auch sehr gestört wie David Motitet vor allem die weiblichen Charaktere beschreibt. Es geht im vor allem darum ihre Figuren zu beschreiben, alle sind dünn und keiner dick (und die Frauen die unter der Kuppel leben scheinen alles dafür zu tun nicht dick zu werden). Das erwähnt er in den ersten Kapitel gefühlt hundert mal. Was die Sache noch schlimmer macht: Isis hat kaum was zu essen, ist dadurch wahrscheinlich mangelernährt. Aber immerhin nicht zu dick, total wichtiger Punkt! Was zum Henker soll das?

Es werden viele wichtige und heikle Themen angeprochen. Überbevölkerung, Umweltverschmutzung und Genozid. Nichts davon wird aber reflektiert oder wirklich näher beleuchtet. Vor allem der Genozid wird mehr oder weniger einfach eingeworfen und das wars. Keine Reflektion. Keine Momente zum nachdenken. Und auch hier, warum? (Immerhin finden die Protagonisten das unfair und schrecklich und wollen was dagegen unterhemen.) Es wirkte auf mich leider eher wie ein Schockeffekt weil die Geschichte noch Drama brauchte. Sorry, aber so geht man mit einem sensiblem Thema nicht um. Auch (oder gerade) nicht in einem Jugendbuch. Ich verstehe auch ehrlich gesagt nicht wie das Buch so viele Preise gewinnen konnte, mit so viel Oberflächlichkeit.
 
Dafür ist die Geschichte schnell gelesen und doch auch spannend. Und wenn man nicht zu viel drüber nachdenkt, und die angesprochenen Punkte und noch einige Logikfehler mehr, nicht stören, dann kann es auch als Abendunterhaltung durchgehen.

Macht euch euer eigenes Bild wenn euch der Klappentext anspricht. Mich konnte New Earth Project leider nicht überzeugen.