26 April 2020

Cai Jun - Rachegeist




Klappentext
„Alles ändert sich, wenn man jemanden getötet hat. Man lebt den Rest seines Lebens in Angst.“
19. Juni 1995 im Osten Chinas: Shen Ming, junger und brillanter Lehrer an einem Gymnasium, wird verdächtigt, eine seiner Schülerinnen getötet zu haben. Einige Tage später aber wird auch er in einem alten Fabrikgebäude unweit seiner Schule erstochen. Die Taten bleiben ungesühnt - bis neun Jahre später Shen Mings Mörder ins Reich der Toten geschickt werden. Nur: von wem? Unmittelbar verbreitet sich das ungeheuerliche Gerücht, dass Shen Ming an diesen Mordfällen beteiligt war, dass er den Fluss des Todes überquert hat, um sich selbst zu rächen. „Rachegeist“, atemberaubend und unfassbar originell, ist die Geschichte vom perfekten Mord. Und vor der Kulisse des modernen China überschreitet sie mühelos die Grenzen der Realität.


Buchdetails 
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Piper | eBook + Taschenbuch 512 Seiten | Aus dem chinesischen von Eva Schestag | Einzelband | 16.03.2020

Meinung
Der Klappentext klang sehr spannend. Und ehrlich, ich habe auch noch nie bewusste einen Thriller eines chinesischen Autors gelesen.

"Rachegeist" startet nicht gleich mit dem Mord. Erst lernen Leser.innen Sheng Ming selbst kennen, sein Leben und dann kommt erst der Mord an ihm. Dann taucht er als Geist wieder auf, ein Geist der auf dem Rücken des kleinen Si Wang sitzt und seinen Mörder finden will. Dabei gibt es sehr viele Verwicklungen, es gibt viele handelnde Personen (um die 15) und noch einige Morde mehr.

Das Buch lässt sich teilweise sehr schwer beschreiben. Es ist nicht unbedingt einfach zu lesen, da der Autor gerne von Person zu Person springt und auch gerne mal Ereignisse aus der Vergangeheit einwirft. Dabei beschreibt er nicht viel und erzählt alles sehr sachlich. und emotionsarm. Manche Dialoge und Passagen wirken dadurch etwas hölzern. Die Geschichte ist komplex und es wird erst sehr viel später klar wie alles zusammenhängt. Die vielen Details sind teilweise wichtigt aber schwer zu merken. Mich haben am Anfang aber vor allem die vielen Sprünge zwischen den Personen echt angestrengt. Erst nach und nach hatte ich einen Überblick, obwohl es gleich zu Beginn ein Verzeichnis der wichtigsten Personen gibt. Ich denke auch, dass der Autor im chinesischen viel mit den Namen gespielt hat, durch die Wahl der Schriftzeichen. Grade Si Wang erklärt immer wie er geschrieben wird. Bei der Übesetzung kommt das dann logischerweise nicht so wirklich rüber und klingt auch erstmal sehr ungewohnt. Vielleicht kann man sich alles auch besser merken wenn man das Original lesen kann?

Bei den vielen Personen die im Buch vorkommen ist wirklich niemand sympathisches dabei. Alle sind irgendwie unfreundlich, egoistisch oder verbittert und haben ihre Geheimnisse.

Der Mordfall um den es zu Beginn geht wird am Ende aufgeklärt, aber absolut nicht so wie erwartet. Dazu gibt es aber noch einige Morde mehr und es war echt interessant wie der Autor alles miteinander verküpft hat. Und auch ein bisschen seltsam in wieviele Morde denn eine unbeteiligte Person doch verwickelt werden kann.

"Rachegeist" würde ich allen empfehlen die mal einen komplexen aber etwas anderen Thriller lesen möchten, indem bis zur Auflösung wirklich nicht erkennbar ist wer denn jetzt der erste Mörder ist.


Mobbing, psychischer und phsyischer Missbrauch von Kindern, Gewalt gegen Menschen, Suizid

Danke an Netgalley und Piper für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.

Kommentare:

  1. ich habe ja bisher um diese chinesischen Autoren, die so plötzlich auf dem deutschen Markt aufgetaucht sind, erst einmal einen Bogen gemacht. Die waren so plötzlich da, das war mir nicht koscher und in den meisten Fällen bestätigt sich mir das auch in Kritiken, wie dieser hier.

    Ich bleibe dann wohl erstmal bei meinen Japanern XD

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    1. War einfach sehr neugierig weil ich echt wenig aus Asien lese. Das Buch war eine Erfahrung weil es einfach so komplett anders als deutsche oder amerikanische Thriller ist.

      Wollte auch mal mehr japanische Autor.innen lesen aber iwie klappt das nie xD

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